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Erste Transportdrohne für die Bergrettung und den Bevölkerungsschutz

15.09.2025, 11:43 Uhr

Foto: Bergwacht Bayern

Pilotprojekt mit vielfältigen Einsatzoptionen


Am vergangenen Donnerstag konnten die Drohnenpiloten der Bergwacht Bayern die erste Lastendrohne vom Typ DJI Flycart 30 im Rahmen eines Pilotprojektes in Betrieb nehmen. Getauft auf den Namen „Carry“, in Anlehnung an ihre Aufgabe, ist die Drohne die erste ihrer Art, die im rettungsdienstlichen Bereich eingesetzt wird. Neben Szenarien in der Bergrettung sollen auch Möglichkeiten im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz berücksichtigt werden. Unterstützt wurde das Projekt durch die Versicherungskammer-Stiftung mit einer Fördersumme von rund 50.000 Euro.

Nach Angaben des Herstellers kann „Carry“ Lasten von bis zu 30 kg transportieren. Steht kein geeigneter Landeplatz zur Verfügung, kann die Ladung mithilfe eines Windensystems direkt aus der Luft abgelassen werden. Außerdem ist die Drohne für Notladungen zusätzlich mit einem Fallschirmsystem ausgestattet. Mit einer Akkuladung ist der Transport einer Last über eine Strecke von rund 16 km möglich.

Vor den ersten Einsätzen im Realbetrieb nach geplanten Schulungen und Testflügen im Herbst wird die Drohne noch mit einem Kollisionswarngerät ausgerüstet. Dies ermöglicht es Hubschrauberpiloten, den Standort der Drohne in der Luft auf ihren digitalen Karten im Cockpit zu erkennen.

Während der Einsatz von Drohnen bislang auf Erkundung, Suche und Lagebeurteilung begrenzt war, sollen sie zukünftig auch für den Transport von Ausrüstung und medizinischem Equipment genutzt werden. Drohnen eröffnen aus der Luft einen schnellen, direkten Zugang zu Bergregionen und Einsatzorten bei Katastrophen – vor allem dort, wo zerstörte Infrastruktur Verkehrswege einschränkt oder unpassierbar macht. Hinzu kommt, dass Drohnen sowohl in der Beschaffung als auch im Betrieb deutlich weniger Aufwand verursachen als Hubschrauber. Darüber hinaus wird geprüft, ob sie sich als verlässliche Option für Einsätze unter schwierigen Wetterbedingungen eignen und dabei die Sicherheit der Hubschrauberbesatzung nicht beeinträchtigen.

In den kommenden Monaten sollen in verschiedenen Szenarien die Möglichkeiten und Grenzen von den Drohnenpiloten der Bergwacht aus ganz Bayern gemeinsam mit anderen Einsatzorganisationen und den Hubschrauberbetreibern geprüft werden. Der Einsatz von „Carry“ unterliegt den Vorgaben für BOS, worunter u.a. auch die Qualifikation der Piloten fällt. Das Projekt wird vom Team des überregional einsetzbaren Einsatzleitwagens der Bergwacht Bayern betreut. Aktuell ist die Transportdrohne in Penzberg, einer Kleinstadt im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau, stationiert und wird von geschulten Drohnenpiloten aus verschiedenen Bergwachtbereitschaften betrieben. 

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