Der Fachverband Leitstellen e.V. hat erstmals seinen Innovationspreis für Integrierte Leitstellen verliehen und damit ein neues Signal für die Weiterentwicklung der Gefahrenabwehr gesetzt. Im Rahmen des 13. Symposiums „Leitstelle aktuell“ in Bremerhaven wurde das Projekt „Informationsraum BOS im Land Brandenburg“ als Preisträger ausgezeichnet.
Das Projekt, getragen vom Technischen Leitstellenverbund Brandenburg, schafft einen landesweit vernetzten digitalen Arbeitsraum für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Ziel ist es, einsatzrelevante Informationen ohne Medienbrüche zu erfassen, zu verarbeiten und allen Führungsebenen in Echtzeit bereitzustellen. Damit reagiert das Konzept auf zentrale Herausforderungen moderner Gefahrenabwehr wie komplexe Schadenslagen, unterschiedliche IT-Strukturen und fehlende Interoperabilität.
Kern des Systems ist die umfassende Vernetzung von Leitstellen, Einsatzleitungen und Führungsstäben. Ergänzt wird dies durch eine einheitliche Geodaten-Infrastruktur, moderne Kommunikationslösungen sowie standardisierte Endgeräte. Dadurch entsteht ein konsistentes Lagebild, das Entscheidungsprozesse beschleunigen und die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen deutlich verbessern soll. Die Jury würdigte insbesondere die hohe Praxisnähe sowie den konkreten Nutzen für den Einsatzalltag. Hervorgehoben wurde zudem der Ansatz, das Projekt als übertragbares Modell für andere Regionen zu konzipieren. Der Informationsraum BOS könne somit als Blaupause für die Digitalisierung im Leitstellenwesen dienen. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis soll künftig jährlich vergeben werden. Ziel des Fachverbandes ist es, innovative Entwicklungen sichtbar zu machen und deren Verbreitung zu fördern. Mit der Auszeichnung unterstreicht der Verband die Bedeutung von Digitalisierung, Standardisierung und Kooperation für eine leistungsfähige und zukunftssichere Gefahrenabwehr.

