Durch die Übertragung ärztlicher Maßnahmen auf qualifizierte Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter konnte in Baden-Württemberg die Schmerzreduktion bei Einsätzen ohne Notarzt im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 um mehr als 10 Prozentpunkte auf fast 57% gesteigert werden. Bei Notarzteinsätzen blieb sie mit 93% auf dem exakt gleich hohen Wert wie im Vorjahr. Dies geht aus dem neuen Qualitätsbericht der Stelle zur trägerübergreifenden Qualitätssicherung im Rettungsdienst Baden-Württemberg (SQR-BW) hervor, der jetzt veröffentlicht wurde. Darin sind 4,2 Mio. Datensätze aus RTW-, Notarzt- und Leitstellenprotokollen ausgewertet worden. Sie stammen aus 34 Leitstellen, rund 230 Notarztstandorten und 350 Rettungswachen in 35 Rettungsdienstbereichen.
Danach haben sich u.a. die Ausrückzeiten für bodengebundene notarztbesetzte Rettungsmittel und RTW in Baden-Württemberg gegenüber dem Vorjahr zwar leicht verbessert, halten aber die Vorgaben aus dem Rettungsdienstplan nach wie vor nicht ein. Ursachen dafür seien teilweise baulich ungünstige Laufwege oder aber im Notarzteinsatz die Abholung außerhalb der Wache. Die Erstbearbeitungszeit war kürzer bei Notarzteinsätzen, bei den relativ seltenen Verlegungen hingegen länger. Die Unterschiede zwischen den Leitstellen waren weiterhin groß. Die Leitstellen mit den kürzesten Erstbearbeitungszeiten waren im Median deutlich über eine Minute schneller als die Leitstellen mit den längsten Zeiten. Die Gesprächsannahmezeit lag weitgehend zwischen 3 und 9 sec, der Landeswert beträgt 5 sec. Nur sechs der 34 Leitstellen konnten den Referenzbereich nicht einhalten. Die maximale Überschreitung betrug 4 sec.
Zum vollständigen Qualitätsbericht geht es hier.

