Die jüngsten Extremwetter- und Hochwasserlagen haben gezeigt, dass zwischen administrativer Lagebewertung und operativer Gefahrenabwehr im Ernstfall häufig Schnittstellenprobleme bestehen. Um diese Lücke zu schließen, führt die DRK-Wasserwacht das neue Qualifikationsmodul „Fachberater Hochwasserschutz“ in der Wasserrettung ein. Am Sonntag, den 1. März, startete der erste Pilotlehrgang. Geleitet wird er von Johann Penn und Andreas Geuther, beide von der Wasserwacht Bayern. Den vorläufigen Höhepunkt des Lehrganges bildete am Mittwochabend die Simulation eines Dammbruches sowie weiterer Strömungen und Fluten im Wasserbaulabor an der Universität der Bundeswehr in München. Am Freitag schließt der Lehrgang mit einer Praxisausbildung zur Deichverteidigung ab, bei der die 25 Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet ihre Qualifikation zu den ersten Fachberatern Hochwasserschutz vollenden.
Die Lehrinhalte umfassen u.a. Strategie Hochwasserschutz, urbane Sturzfluten, Grundlagen der Hochwasserentstehung, des Deich- und Dammbaus und der Statik im Hochwasserfall. Der Lehrgang qualifiziert Teilnehmende zur Tätigkeit als Fachberater Hochwasserschutz der DRK-Wasserwacht. Diese Fachberater unterstützen DRK-Gliederungen und Behörden auf Anforderung bei der Vorbereitung, Bewertung und Bewältigung von Hochwasserlagen. Sie wirken beratend und ergänzen bestehende Führungsstrukturen durch fundiertes Fachwissen, u.a. in den Bereichen Hydrologie, Wasserbau und Lagebewertung, ohne selbst operativ tätig zu werden.

