In einem gemeinsamen Positionspapier haben die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND), der Bundesverband für Bildung im Rettungswesen (BVBRW), der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst (DBRD), die Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA), der Fachverband Leitstellen (FVLST) und das Institut für notfallmedizinische Bildung (INOB) zur Rettungsdienstreform Stellung bezogen. Sie plädieren darin für eine neue intersektorale Versorgungslogik, die sektorenübergreifend geplant und durchgeführt werden sollte, sowie die Verankerung der außerklinischen, fallabschließenden Akutversorgung als Leistungsbereich im SGB V. Die zentrale Voraussetzung für die Steuerung außerklinischer fallabschließender Einsätze sei ein flächendeckend etabliertes, digital vernetztes Gesundheitsleitsystem mit standardisierter Ersteinschätzung, Dokumentation und bidirektionaler Vernetzung von 112 und 116117. Dabei sei auch eine telemedizinische Anbindung sicherzustellen.
Die im Rettungsdienst anfallenden niedrigprioritären Einsätze sollten durch ein spezielles Einsatzmittel bearbeitet werden, das mit einer qualifizierten Fachkraft besetzt wird. Dadurch würden sowohl die klinische Notfallversorgung als auch die auf Notfallrettung ausgerichteten Rettungsmittel des Rettungsdienstes deutlich entlastet. Zur Qualifizierung dieser außerklinischen Fachkräfte sei ein gestuftes, bundesweit einheitliches und rechtlich abgesichertes Qualifikationssystem erforderlich. Die NotSan-Ausbildung sei um ein Lernfeld „niedrigprioritäre Einsätze“ zu ergänzen, das Praxisanteile in ambulanten und außerklinischen Versorgungssettings beinhalten sollte, um die Berufsausbildung an die aktuelle Einsatzrealität anzupassen. Weiterbildungen und akademische Abschlüsse seien bundesweit einheitlich anzuerkennen und Voraussetzung für Vergleichbarkeit, berufliche Mobilität und eine ärztlich supervidierte verbindliche Qualitätssicherung.
Das Positionspapier finden Sie hier.

