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Geht der Rettungsdienst an die Havellandkliniken?

05.07.2010, 14:17 Uhr

Foto: bilderbox.biz

ASB muss sich der Konkurrenz stellen

Auf den Rettungsdienst im Havelland kommen möglicherweise erhebliche Umstrukturierungen zu, da der Kreis nun die Voraussetzungen geschaffen hat, damit die Havellandkliniken den Rettungsdienst in Zukunft selbst übernehmen können. Seit fast 20 Jahren ist der Arbeiter-Samariter-Bund im Havelland für den Rettungsdienst zuständig, dem Kreis gehören die Wachen sowie der Fuhrpark und das Krankenhaus stellt den Notarzt. Jetzt muss sich der ASB jedoch dem Konkurrenzdruck aussetzen. Henning Kellner, zuständiger Dezernent der Kreisverwaltung Havelland, beruft sich auf die Richtlinie des europäischen Gerichtshofs und stellt klar: „Wir haben dem ASB eine Kündigung zukommen lassen. Der Vertrag läuft zum 30. Juni 2011 aus. Mit der Arbeit des ASB sind wir sehr zufrieden, es gab keine Diskrepanzen. Von uns aus hätten wir den Vertrag nicht gekündigt.“ Für den ASB heißt es aber trotzdem: Entweder er verliert den Rettungsdienst an die Havellandkliniken, oder er muss sich gegen Anbieter aus ganz Europa behaupten.

Das europaweite Ausschreibungsverfahren kann der Landkreis nur umgehen, indem der Rettungsdienst im Gesellschaftszweck der kreiseigenen Havellandkliniken verankert wird. Dann kann das Krankenhaus den Dienst auch selbst übernehmen. Dahinter stecke keineswegs der Plan, den Dienst aus finanziellen Gründen an sich zu ziehen, hieß es aus mehreren Richtungen. Landrat Burkhard Schröder (SPD) sprach von einer „theoretischen Möglichkeit“, den Dienst ganz zu übernehmen. Bislang sei es relativ offen, ob er nicht trotzdem ausgeschrieben werde. „Ich rechne damit, dass wir uns im Herbst in der Verwaltung eine abschließende Meinung bilden und die Angelegenheit möglichst bis zum Jahresende im Kreistag entscheiden“, sagte Schröder. Werner Salomon, Vorsitzender des ASB-Ortsverbands Nauen, zeigte sich kämpferisch: „Ich hoffe, dass der Dienst ausgeschrieben wird. Wir werden uns gerne den Konkurrenten stellen.“ Auf die Frage, ob der ASB mit möglichen preiswerteren Anbietern mithalten könne, sagte er: „Qualität sollte auch immer noch eine Rolle spielen.“

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