Das Projekt Verinet steht für „Vernetzte und Integrierte Notfallversorgungs- und Einsatzsteuerung“. Damit sollen Hilfesuchende zukünftig nicht einfach nur an den Rettungsdienst weitergeleitet, sondern aktiv in die jeweils passende Versorgung gesteuert werden. Zusätzlich besonders geschulte medizinische Fachkräfte in den Leitstellen sollen als Case Manager eine qualifizierte Einschätzung mit digitalen Werkzeugen vornehmen. Betroffenen sollen dann anschließend dorthin vermittelt werden, wo ihnen am besten geholfen kann: zum Hausarzt, in eine Videosprechstunde, zum pflegerischen Notdienst, zur Palliativversorgung oder in die Notaufnahme.
Das Projekt wird derzeit an zwei Standorten erprobt: im urbanen Umfeld Mannheims und im ländlichen Raum der Region Ems-Vechte in Niedersachsen. Als zentrales Element bauen die Integrierte Leitstelle Mannheim und die Leitstelle Ems-Vechte jeweils regionale Akutversorgungsnetzwerke auf, in denen alle Leistungserbringer der Notfallversorgung wie Ärzte, Pflegekräfte, sozialpsychiatrische Dienste, Apotheken oder Krankenhäuser verbindlich zusammenarbeiten sollen, sodass eine zielgerichtete Patientensteuerung erfolgen kann.
Geleitet wird das Projekt vom Institut für Gesundheits- und Life-Sciences-Recht der Technischen Hochschule Mannheim, das auch die gesundheitsrechtliche Begleitung verantwortet, während das Care and Public Health Research Institute der Universität Maastricht die versorgungswissenschaftliche Begleitung übernimmt. Die wissenschaftliche Evaluation wird durch das Wiesbaden Institute for Healthcare Economics and Patient Safety (WiHelP) der Hochschule RheinMain durchgeführt. Vonseiten der Krankenkassen wird das Projekt vom Verband der Ersatzkassen begleitet. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird nun vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mit knapp 7 Mio. Euro aus dem Innovationsfonds gefördert.

