S+K Verlag
Der einzige Fachverlag für
Notfallmedizin in Deutschland.
Bücher, Zeitschriften und Nachrichten
rund um das Thema Rettungsdienst.

Geplanter Trägerwechsel stößt in Dormagen auf Widerstand

28.07.2025, 11:27 Uhr

Foto: Stadt Dormagen

Rettungswachen sollten in kommunaler Hand bleiben


Seit 27 Jahren arbeiten Feuerwehr und Rettungsdienst in Dormagen eng zusammen und bilden eine Symbiose: Nahezu alle Einsatzkräfte sind sowohl im Brandschutz als auch als Rettungssanitäterinnen bzw. -sanitäter ausgebildet, womit sie flexibel eingesetzt werden können. Aber die Landesregierung plant nun, die Trägerschaft von Rettungswachen von den kreisangehörigen Städten auf die Kreise zu verlagern. Diese Novellierung des Rettungsgesetzes sorgt für großen Unmut. Auch der Städte- und Gemeindebund NRW lehnt dies ab und spricht sich für eine kommunale Selbstverwaltung aus, ebenso wie die Stadt Dormagen.  Der Leiter der Feuerwehr Dormagen Bernd Eckhardt betonte, dass nahezu alle großen NRW-Kommunen Träger von Rettungswachen seien. Dies ermögliche den Zusammenschluss von Feuerwehr und Rettungsdienst und erhöhe so die Versorgungsqualität in der Stadt.

Mehr als 70% der Notfallrettungstransporte in NRW würden durch die kommunalen Feuerwehren durchgeführt. Sie hätten seit jeher die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes im Bundesland geprägt. Auch das Verständnis füreinander sei in einer kombinierten Feuer- und Rettungswache sehr hoch, da jeder alle Aufgaben aus beiden Bereichen übernehmen könne. Dies sei nicht nur ein großer Vorteil bei personellen Engpässen, sondern sorge auch für ein engeres Zusammenspiel während gemeinsamer Einsätze z.B. bei einer Rettung über eine Drehleiter oder Verkehrsunfällen, erläuterte Achim Mittnacht, Leiter des Rettungsdienstes.

Da die Feuerwehrkräfte auch mindestens Rettungssanitäter seien, könnten sie auch notfallmedizinisch helfen und durch ihr technisches Know-how einen schnelleren Zugriff auf die Patienten ermöglichen, unterstrich Eckhardt. Untermauert würde dieser Umstand auch durch eine Studie der Feuerwehr Mönchengladbach, die zeige, dass seit der Zusammenlegung ihrer Feuerwehr und ihres Rettungsdienstes die Erfolgsquote bei Reanimationen deutlich gestiegen sei.

Auch personell sei durch die Symbiose eine deutliche Entlastung zu spüren. Fehle ein Rettungsdienstler, könne dieser durch einen Feuerwehrangehörigen ersetzt werden. Auch verblieben die Einsatzkräfte insgesamt länger im Rettungsdienst, so Mittnacht. 

Stumpf + Kossendey Verlag, 2026
Kontakt Datenschutz Impressum