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Herausforderung für Hilfsorganisationen

24.11.2011, 10:04 Uhr

Foto: H. Weinandt

Stadt Koblenz vor Großevakuierung

Am 20. November 2011 wurde während der Vorbereitungsarbeiten zur Beseitigung eines sogenannten Tarnnebelfasses (Sprengung im Bild) am Rhein in Koblenz-Pfaffendorf von einem Anwohner auf ein weiteres Objekt aufmerksam gemacht: Dieses stellte sich als eine britische Luftmine heraus. Sie hat ein Gesamtgewicht von 1.800 kg und verfügt über drei Kopfzünder. Der Boden fehlt, wie auch ein geringer Teil des Sprengstoffes. Die Luftmine liegt derzeit ca. 40 cm unter Wasser, mit dem Kopfteil zum Ufer ausgerichtet.

Die Mine wurde am folgenden Tag von einem Taucher des Kampfmittelräumdienstes (KMRD) mit Unterstützung der Feuerwehr Koblenz untersucht. In der derzeitigen Lage ist sie stabil. Augenscheinlich sind alle drei Zünder in funktionsfähigem Zustand. Daher empfahl der KMRD für die „heiße Phase“ der Entschärfung auch einen Sicherheitsradius von 1,8 km. Das bedeutet, dass etwa 45.000 Menschen – rund 42% der Koblenzer Bevölkerung – von der Räumung unmittelbar betroffen sein werden.

Im Evakuierungsbereich befinden sich zudem „besondere Objekte“ wie das Brüderkrankenhaus und das Stiftungsklinikum Mittelrhein (mit 700 Patienten insgesamt), sieben Altenheime, eine Justizvollzugsanstalt, der Hauptbahnhof, mehrere Hotels und das kurfürstliche Schloss. Neben dem Rhein sind auch die Bundestraßen B 9, B 42 und B 327 sowie die links- und rechtsrheinische Bahnstrecke als wichtige Verkehrswege betroffen. Als Evakuierungszeitpunkt wurde Sonntag, der 4. Dezember 2011, gewählt. RETTUNGSDIENST wird ausführlich berichten.

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