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Interdisziplinäre MANV-Übungen wichtiger denn je

15.09.2025, 09:55 Uhr

Foto: Malteser Hilfsdienst

Simulationstag in Sachsen-Anhalt


Nach rund neun Monaten intensiver Vorbereitung fand am Wochenende der I.K.A.R.U.S. Day 2025 in Ballenstedt, einer Kleinstadt im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt, statt. Hierbei handelte es sich um einen groß angelegten Übungs- und Simulationstag, an dem das Zusammenspiel zahlreicher Rettungs- und Einsatzkräfte trainiert wurde. Federführend in der Organisation war der Rettungsdienst des Malteser Hilfsdienstes. Beteiligt waren mehr als 80 Frauen und Männer aus verschiedenen Organisationen. Neben den Maltesern aus dem Harz, Magdeburg und Braunschweig beteiligten sich die Feuerwehren aus Ballenstedt, Gernrode und der Welterbestadt Quedlinburg. Hinzu kamen der Einsatzleitwagen 2 (ELW 2) sowie der Behandlungsplatz 50 (BHP 50) des Landkreises Harz, geführt durch die DLRG Benneckenstein. Mehrere Notärzte, der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Landkreises Harz Dr. Christoph Schenk und die Gruppe der Organisatorischen Leiter Rettungsdienst (OrgL RD) des Landkreises waren ebenso eingebunden. Unterstützt wurde die Übung von lokalen Partnern wie dem Feinkost Club und TO ME Sound & Light.

Das Übungsszenario sah eine MANV-Lage vor. Neben dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg Ende letzten Jahres gab es auch im Landkreis mit einer Havarie in einem Supermarkt in Quedlinburg, dem Arsen-Diebstahl in einem Chemieunternehmen in Osterwieck und der Evakuierung eines Pflegeheimes in Quedlinburg aufgrund eines Brandes in kürzester Zeit bereits mehrere Großschadenslagen. Solche Ereignisse zeigten, wie unverzichtbar gemeinsame Übungen seien, um Abläufe zu verinnerlichen und Schnittstellen zu üben, erklärte Lars Einecke, Notfallsanitäter der Malteser und Mitorganisator der Übung.

An insgesamt vier Einsatzstationen auf dem Verkehrslandeplatz Asmusstedt bei Ballenstedt wurden Einsatzabschnitte nachgebildet: Funk, BHP 50, Patientensichtung sowie die Koordinierung von Rettungsmitteln und Patienten durch den ELW 2 des Landkreises Harz. Im Fokus stand hier ein strukturiertes Vorgehen: Welche Aufgaben greifen ineinander? Wie funktioniert die Koordination? Wo gibt es Optimierungsbedarf?

Im Anschluss verlegten die Kräfte in den Feinkost-Club Ballenstedt, wo ein realitätsnahes Szenario wartete: eine chaotische Clubnacht mit Brand, starker Rauchentwicklung, lauter Musik und schwer einsehbaren Räumen für die Rettungskräfte. Die Notfalldarstellung des DRK Goslar bildete Verletzte in allen Schweregraden ab – vom leichten Schock bis hin zu lebensbedrohlichen Verletzungen. Auch Zuschauer mit potenziellen Traumafolgen wurden in die Übung integriert.

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