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Länderübergreifende Fortbildung für Bewältigung von Großschadenslagen

03.06.2026, 15:40 Uhr

Foto: C. Sammeth

Abstimmung von Kommunikation und Abläufen zentral


Rund 100 Führungskräfte, Leitstellenmitarbeitende, Behördenvertreter, Notärztinnen und Notfallsanitäter aus dem Main‑Tauber‑Kreis (Baden-Württemberg) und den bayerischen Landkreisen Main‑Spessart und Würzburg haben sich in der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg über die länderübergreifende Kooperation bei großflächigen Schadenslagen ausgetauscht. Organisiert wurde die Fortbildung vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Würzburg sowie dem Main‑Tauber‑Kreis. 

Zentrales Element war ein realistisches Einsatzszenario: ein Brand in einem Alten- bzw. Pflegeheim im grenznahen Bereich bei Röttingen mit einem MANV. Unter der Moderation des stellv. BRK‑Landesarztes Dr. Max Kippnich analysierten die Teilnehmenden das Zusammenspiel zweier benachbarter Rettungsdienstsysteme und erörterten die Einsatz- und Lageführung bei länderübergreifenden Einsätzen, die Kommunikationswege und Informationsweitergabe zwischen den Leitstellen, die Sichtung und Kennzeichnung von Notfallpatienten, die Klinikzuweisung und Steuerung von Patientenströmen beim MANV sowie die Integration nachrückender Kräfte und Einsatzabschnitte.

Aus der Diskussion ging hervor, dass die grundlegenden Prinzipien der Einsatzbewältigung auf beiden Seiten weitgehend vergleichbar sind. So folgen Lageerkundung, medizinische Priorisierung und die Koordination von Transportmitteln gemeinsamen fachlichen Leitlinien. Gleichzeitig wurden praktische Herausforderungen deutlich. So können technische Schnittstellen und unterschiedliche Funkstrukturen den Informationsfluss und die Interoperabilität erschweren. Auch abweichende Begriffsdefinitionen, Kennzeichnungen und organisatorische Details führen zu zusätzlichem Abstimmungsbedarf. Zudem besteht derzeit keine flächendeckend einheitliche, länderübergreifende IVENA‑Einbindung, sodass Abstimmungen oft weiterhin über direkte, personengebundene Kommunikation erfolgen. Als weiterer zentraler Aspekt wurde die frühzeitige Information der aufnehmenden Kliniken sowie die kontinuierliche Aktualisierung des Lagebildes für eine effektive Patientensteuerung hervorgehoben. Teilnehmende und Aufgabenträger betonten dennoch, dass die bestehende tägliche Zusammenarbeit eine verlässliche Grundlage bilde, die sich auch auf Großschadenslagen übertragen lasse – vorausgesetzt, Kommunikationswege, Führungsstrukturen und Standardabläufe würden entsprechend abgestimmt.

Die Initiatoren Paul Justice (Geschäftsleiter ZRF Würzburg) und Kreisbrandmeister Andreas Geyer (Main‑Tauber‑Kreis) kündigten als Ergebnis der Veranstaltung weitere gemeinsame Übungen sowie die Weiterentwicklung abgestimmter Standardarbeitsanweisungen an. Geplant sind praxisnahe länderübergreifende Trainings mit Feuerwehr und Polizei, die Harmonisierung von Kennzeichnungssystemen und Sichtungsabläufen sowie die Prüfung einer schrittweisen Vernetzung der Kliniksteuerungssysteme wie IVENA über die Landesgrenzen hinweg.

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