Der Landkreis Oldenburg will seine Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) im Zuge einer Erweiterung zu einem modernen Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) umbauen. Darin sollen künftig neben der Kreisfeuerwehr auch zentrale Aufgaben des Zivil- und Katastrophenschutzes gebündelt werden. Zusätzliche Flächen wurden dafür bereits angekauft und mit den Planungen begonnen. Die bestehende FTZ sei räumlich bereits an ihre Grenzen gestoßen. Zudem sei der Ausbau aufgrund der stark gewachsenen Anforderungen im Feuerwehrwesen sowie im Zivil- und Bevölkerungsschutz notwendig geworden.
Vor dem Hintergrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine und der damit deutlich gestiegenen Bedeutung des Zivil- und Katastrophenschutzes habe man entschieden, sämtliche Anforderungen, von der Feuerwehr über den Katastrophenschutz bis hin zum neu geschaffenen Amt 34, zusammenzuführen und in einem ganzheitlichen Konzept neu zu denken. Ziel des Gefahrenabwehrzentrums sei es, alle relevanten Bereiche an einem Standort zu bündeln und so die Zusammenarbeit deutlich zu verbessern. Ein besonderer Fokus liege dabei auf der Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Verwaltung im Krisenfall sowie auf der Aufrechterhaltung wichtiger Versorgungsstrukturen, etwa der Strom- und Wasserversorgung und der Einsatzkräfteversorgung. Auch zukünftige Herausforderungen wie der „Operationsplan Deutschland“ der Bundeswehr seien in die Planungen einbezogen worden. Wenn die politischen Gremien ihre Zustimmung erteilen, könnte der erste Spatenstich im Jahr 2027 erfolgen.
Das geplante Gefahrenabwehrzentrum soll auf einer Fläche von rund 4 ha entstehen. Die Investitionskosten werden auf bis zu 40 Mio. Euro geschätzt. Ein wesentliches Ziel sei die energetische Autarkie des Gebäudes, um auch in Krisensituationen unabhängig und resilient arbeiten zu können. Parallel wird die bestehende FTZ weiterhin genutzt. Sie soll künftig u.a. für Ausbildung, die Kreisjugendfeuerwehr, Fahrzeugreserven sowie den Bevölkerungsschutz genutzt werden. Im Anschluss an die gestrige Pressekonferenz wurden im Außenbereich der FTZ mehrere Neubeschaffungen der Kreisfeuerwehr aus den letzten Monaten präsentiert. Dazu zählen u.a. ein Großlüfter, Notstromaggregate, geländegängige Kleinfahrzeuge sowie zwei neue Mannschaftstransportfahrzeuge.

