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Mehr Sicherheit für Kinder in Notfällen

19.08.2011, 09:43 Uhr

Foto: TK

RD-Fahrzeuge mit Notfall-Lineal ausgestattet

Fast 2.800 Kinder bis 14 Jahre mussten im vergangenen Jahr im Saarland von Notärzten und Rettungsassistenten medizinisch versorgt werden. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) mitteilt, sind Krampfanfälle mit über einem Drittel das häufigste Krankheitsbild bei Kindern. Während bei Säuglingen und Kleinkindern danach die Atemwegserkrankungen im Vordergrund stehen, sind Schulkinder und Jugendliche überdurchschnittlich häufig von Verletzungen durch Unfälle und von Verbrennungen betroffen. „Pädiatrische Notfälle sind eine besondere Herausforderung in der Notfallmedizin. Rettungsdienstmitarbeiter und Notärzte verfügen zumeist nur über wenige persönliche Erfahrungen mit pädiatrischen Patienten, da der Anteil dieser Patientengruppe am Gesamtspektrum der Notfälle mit fünf bis zehn Prozent gering ist. Daher kommen auch falsche und oft gefährliche Arzneimitteldosierungen dreimal so häufig vor wie bei Erwachsenen. Das kann das neue Notfall-Lineal verhindern: Mit ihm wird die Größe des Kindes ermittelt. Zu der jeweiligen Größe stehen auf dem Lineal die Dosierungsempfehlungen für die am häufigsten bei Notfällen eingesetzten Medikamente“, so Dr. Thomas Schlechtriemen, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Saarland.

Die Arbeitsgemeinschaft der Notärzte im Südwesten (agswn), die TK-Landesvertretung Saarland und der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) haben deshalb eine Initiative gestartet, um die Notfallversorgung von Kindern im Saarland sicherer zu machen. Alle rund 70 Einsatzfahrzeuge und der Rettungshubschrauber im Land werden ab sofort mit dem Notfall-Lineal für Kinder ausgerüstet. „Das Notfall-Lineal bringt mehr Sicherheit für Kinder, Notärzte und Rettungsassistenten. Das Saarland, Baden-Württemberg, und Rheinland-Pfalz sind die ersten Bundesländer, in denen das Notfall-Lineal flächendeckend eingesetzt wird“, betont Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland bei der Übergabe des Lineals an die saarländischen Rettungsdienste.

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