An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) werden Medizinstudierende künftig gezielt auf Einsätze in Katastrophensituationen vorbereitet. Mit dem neuen Wahlfach „Einführung in die Einsatz- und Katastrophenmedizin“ erweitert die Hochschule ihr Ausbildungsangebot um einen praxisnahen Baustein für außergewöhnliche Lagen. Das einwöchige Modul richtet sich an Studierende ab dem dritten Studienjahr und wird in Kooperation mit dem Bundeswehrkrankenhaus Westerstede durchgeführt. Ziel ist es, angehende Ärztinnen und Ärzte auf Szenarien vorzubereiten, die über die klassische Patientenversorgung hinausgehen – etwa bei einem Massenanfall von Verletzten oder anderen Großschadensereignissen.
Im Mittelpunkt stehen realitätsnahe Übungen und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Einsatzkräften. Vertreter von Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst vermitteln praxisorientiertes Wissen und trainieren gemeinsam mit den Teilnehmenden Abläufe im Katastrophenfall. Simulationen, Planspiele und der Einsatz von Virtual-Reality-Technologie ermöglichen es den 15 Teilnehmenden, komplexe Einsatzlagen unter Zeitdruck zu durchlaufen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Priorisierung von Patienten bei knappen Ressourcen. Die Studierenden lernen, nach standardisierten Verfahren Entscheidungen zu treffen, welche Verletzten sofort behandelt werden müssen und wer zunächst warten kann. Ergänzt wurde das Training durch praktische Übungen, u.a. mit einem Mehrzweckhubschrauber NH-90 MedEvac der Bundeswehr, der auf dem Campus landete.

