Ein breites Bündnis aus Hilfsorganisationen, Kommunalverbänden und Krankenkassen hat Ende April 2026 ein gemeinsames Visionspapier zur Weiterentwicklung der Integrierten Leitstellen (ILS) in Baden-Württemberg vorgelegt. Beteiligt sind die beiden DRK-Landesverbände, der Landesfeuerwehrverband, der Landkreistag, der Städtetag sowie AOK Baden-Württemberg, IKK classic und der Verband der Ersatzkassen (vdek).
Steigende technische Anforderungen, Fachkräftemangel sowie wachsende Bedrohungen durch Extremwetter und Cyberangriffe machen nach Ansicht der Bündnispartner eine strukturelle Weiterentwicklung der Leitstellen notwendig. Das Visionspapier schlägt vor, die Leitstellen zu regionalen Verbünden aus jeweils drei bis fünf Standorten zusammenzuschließen. Technik, Server- und Kommunikationssysteme sollen dabei gemeinsam genutzt werden. Die lokalen Standorte bleiben erhalten, sodass Stadt- und Landkreise auch im Katastrophenfall handlungsfähig bleiben.
Wirtschaftlich soll das Modell Synergien nutzen: Da Leitstellentechnik ohnehin alle fünf bis sieben Jahre erneuert werden muss, sollen anstehende Investitionszyklen gezielt für den Aufbau der Verbundstrukturen genutzt werden. Gemeinsame Beschaffung, zentralisierte IT-Betreuung und flexiblere Personalplanung sollen Kosten senken und die Attraktivität der Arbeitsplätze erhöhen. Die beteiligten Organisationen appellieren an das Land Baden-Württemberg, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die Umsetzung aktiv zu begleiten. Ohne die Mitgestaltung des Landes, so die Partner, sei eine zukunftsfähige Leitstellenstruktur nicht zu realisieren.

