Die Rettungsdienstschule Troisdorf der Johanniter-Akademie NRW führte gemeinsam mit der Berufsfachschule der Feuerwehr Köln am 26. März zum zweiten Mal eine umfangreiche MANV-Übung durch. Dabei wurde eine komplexe Notfallsituation mit vielen Verletzten im leeren RheinEnergieStadion in Köln simuliert, um angehende Rettungskräfte auf vergleichbare Szenarien vorzubereiten. Rund 70 Personen waren an der Übung beteiligt, darunter Verletztendarstellende, Funktionspersonal sowie Teams für Übungssteuerung und -beobachtung oder für die Bereitstellung des medizinischen Versorgungsmaterials. Hauptakteure waren die 32 Notfallsanitäterinnen und -sanitäter zweier Kurse der Rettungsdienstschule Troisdorf sowie der Berufsfachschule der Feuerwehr Köln. Der MANV wurde am vergangenen Donnerstag in drei Durchgängen geübt, während das Gesamtszenario immer das gleiche war. Zwischen den Durchgängen fanden Auswertungen und Rückbesprechungen statt. Danach konnten die Teams in die nächste Runde der Übung gehen und die Erkenntnisse aus der Auswertung direkt anwenden.
Die Übung ist Teil eines Projektes der Berufsfachschule der Feuerwehr Köln und der Rettungsdienstschule Troisdorf, unter der Leitung der Johanniter Waldemar Huber und Peter Sigmund sowie Aylin Peters (Oberbrandmeisterin Feuerwehr Köln). Gemeinsam haben sie ein standardisiertes Ausbildungskonzept entwickelt, das auf einem dreiphasigen Ansatz basiert und Theorie und praktisches Training miteinander verzahnt. Es legt den Fokus auf eine strukturiertere Einsatzbewältigung und führt die Auszubildenden durch drei aufeinander aufbauende Phasen: theoretische Grundlagen für ein gemeinsames Lageverständnis und eine einheitliche Begriffswelt, ein stationsbasiertes Skill- und Anwendungstraining im Sinne eines Theorie-Praxis-Transfers und schließlich die realitätsnahe MANV-Einsatzübung.
Im Unterschied zu klassischen MANV-Ausbildungskonzepten soll der Ansatz zwei zentrale Neuerungen integrieren: Erstens soll der Übergang in die Einsatzpraxis über ein systematisch aufgebautes Skilltraining erfolgen, das sich als etabliertes didaktisches Konzept innerhalb der NotSan-Ausbildung in medizinischen Themen wiederfindet. Zweitens soll die mehrfach durchgeführte Vollübung einen direkten Lernkreislauf aus Durchführung, Feedback und erneuter Anwendung ermöglichen, um so im Gegensatz zu seltenen, einmaligen Übungen einen nachhaltigen Kompetenzaufbau zu ermöglichen und die Wahrscheinlichkeit positiver Lernergebnisse zu erhöhen. Das dreiphasige Konzept ist inzwischen standardisiert, dokumentiert und fest in die NotSan-Ausbildung eingebunden. Es ist damit nicht als Einzelprojekt zu verstehen, sondern als ein reproduzierbares Modell zur nachhaltigen Qualitätssicherung in der rettungsdienstlichen Ausbildung.
Am Übungstag zeigten sich Peters und ihre Johanniter-Kollegen sehr zufrieden mit den Ergebnissen. So habe beobachtet werden können, dass die Auszubildenden sich von Übungsphase zu Übungsphase sehr gut steigern und ihre praktischen Fähigkeiten bestmöglich anwenden können. Die Erkenntnisse aus den Übungen sollen nun direkt in die Weiterentwicklung des Konzeptes einfließen. Die nächste große MANV-Übung mit der Berufsfachschule der Feuerwehr Köln soll voraussichtlich noch in diesem Jahr stattfinden.

