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Patientendekontaminationsgruppe kommt ins Schwitzen

26.02.2008, 09:03 Uhr

Foto: DRK-KV Mainz-Bingen

Ein Gefahrgutunfall mit verletztem Fahrer, aber auch der klassische Herzinfarkt – was sonst für die meisten der Helfer aus Bingen Routine ist, wurde kürzlich zur ganz besonderen Aufgabe. Denn die PatDekon-Gruppe trainierte im Simulationszentrum der Angewandten Qualitätssicherung für Anästhesie und Intensivmedizin (AQAI) in Mainz-Hechtsheim in ihren Schutzanzügen. Dies erschwerte nicht nur jeden Handgriff, sondern auch die Kommunikation untereinander.

Auf Einladung von Wolfgang Heinrichs, Leiter des AQAI, trainierte die PatDekon-Gruppe die intensivmedizinische Versorgung hochinfektiöser Patienten unter Schutz von Kontaminationsschutzanzügen. „Für die PatDekon-Gruppe war es eine überaus hervorragende Möglichkeit, einmal an einem Patienten-Simulator zu trainieren“, so Matthias Müller, Einheitsführer der PatDekon-Gruppe. Die Gruppe war von den Möglichkeiten des Simulators begeistert, und schnell war vergessen, dass es sich hier lediglich um eine „Puppe“ handelte.

Heinrichs betonte, dass dies lediglich ein erster Versuch und der Beginn einer Reihe solcher Trainingsmaßnahmen sein soll. Weitere Trainings könnten folgen, denn Großschadenslagen durch Unfälle in der chemischen Industrie, durch terroristische Anschläge oder biologische Agenzien sowie durch Einschleppung von hochinfektiösen Krankheiten erfordern nicht nur für die Rettungskräfte spezielle Vorbereitungen und Übungen. Auch die Gefahr für das Personal in Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen ist in solchen Unglücksfällen enorm und sollte mit entsprechenden Trainings im Vorfeld soweit wie möglich minimiert werden.

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