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Pilotprojekt Gießener Medical Intervention Car verlängert

23.01.2026, 11:55 Uhr

ÄLRD Dr. Florian Martens, Kreisbandinspektor Mario Binsch, Dr. Alexander Schlier (UKGM), Landrätin Anita Schneider, Prof. Michael Sander (UKGM), ÄLRD Dr. Nils Lenz, Prof. Emmanuel Schneck (UKGM) und Dirk Rausch, Bereichsleiter Rettungsdienst des Johanniter-Regionalverbands Mittelhessen (v.l.) (Foto: Landkreis Gießen)

73 Alarmierungen in 13 Monaten


Das Hessische Gesundheitsministerium hat die vom Landkreis Gießen als Träger des Rettungsdienstes beantragte Fortführung des Pilotprojektes Gießener Medical Intervention Car (GiMIC) zunächst bis zum 31. Dezember 2027 genehmigt. Die Initiatoren des Projekts, Prof. Dr. Michael Sander, Dr. Alexander Schlier und Prof. Emmanuel Schneck aus der Klinik für Anästhesiologie und operativen Intensivmedizin am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), fühlen sich nach gut einem Jahr aktiver Laufzeit bestätigt, dass es eine richtige Entscheidung war, das hessenweit einmalige Pilotprojekt auf den Weg zu bringen. Das GiMIC wird ausdrücklich nicht als Ersatz für bereits etablierte Rettungsmittel gesehen, sondern ergänzt die bereits vorhandenen Strukturen im Rettungsdienst und ist eine Unterstützung bei kritischen Verletzungen, die ohne das Sondereinsatzfahrzeug am Einsatzort nicht behandelbar wären.

Gestellt wird das Fahrzeug GiMIC von der Johanniter-Unfall-Hilfe. Stationiert ist es direkt am UKGM und dort im Rahmen der Experimentierklausel montags bis freitags von 7.30 bis 16.00 Uhr einsatzbereit. Im Falle eines Einsatzes sind einer von insgesamt acht Notärzten und einer von zehn Notfallsanitätern der JUH direkt vor Ort am UKGM. Die mittlere Ausrückezeit liege bei 2, die mittlere Eintreffzeit bei 12 min. Insgesamt 73-mal wurde das GiMIC im Beobachtungszeitraum von 13 Monaten alarmiert, davon 62-mal im Landkreis Gießen und weitere 11-mal in den Nachbarlandkreisen. 19-mal wurde es auf der Anfahrt wieder abbestellt. Schlier bewertet dies als typische Erscheinung der Anfangs- und Etablierungsphase. Bei 39 der übrigen 54 Einsätze wäre die zusätzliche Alarmierung nicht zwingend nötig gewesen. Bei neun Einsätzen sei die Lage so komplex gewesen, dass die Kollegen des GiMIC den Rettungsdienst fachlich und organisatorisch unterstützt hätten. Sechs Einsätze habe es gegeben, bei denen erweiterte Maßnahmen wie Transfusionen per Schockkatheter, schwierige Intubation oder die differenzierte Beatmung eines Säuglings durchgeführt wurden. Insgesamt lag die durchschnittliche Einsatzdauer bei 31 min.

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