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Rettungsdienst im „ruinösen Wettbewerb“

17.07.2013, 11:53 Uhr

Foto: BRK

Bayerischer Arbeitgeberverband warnt vor Gefahren

An einem Scheideweg sieht der „Arbeitgeberverband Rettungsdienst Bayern“ die im Herbst 2012 aufgenommenen Tarifverhandlungen mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. „Wir sehen es als unsere gemeinsame Aufgabe an, für alle Rettungsdienst-Mitarbeiter in Bayern ein gerechtes und einheitliches Lohnniveau sowie gute Arbeitsbedingungen zu schaffen“, sagen Leonhard Stärk, Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), sowie Hans-Ulrich Pfaffmann, Landesvorsitzender des bayerischen Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Beide Hilfsorganisationen haben im Oktober letzten Jahres den Arbeitgeberverband gegründet, der nun Ver.di „nach anfänglich durchaus konstruktiven Gesprächen“  mangelnde Kompromiss- und Kooperationsbereitschaft vorwirft. In einem Brief habe der Arbeitgeberverband zeitnahe Termine für weitere Verhandlungen vorgeschlagen.  
 
BRK und ASB setzen in den künftigen Verhandlungen mit Ver.di darauf, einen gemeinsamen, „schlanken“ Tarifvertrag abzuschließen. „Uns ist es wichtig, dass wir am Ende einen Vertrag in Händen halten, der von den Behörden als allgemeinverbindlich erklärt wird“, so Stärk und Pfaffmann. Denn nur die Allgemeinverbindlichkeit bewirke, dass alle Anbieter im Rettungsdienst den einheitlichen Tarifvertrag zu übernehmen hätten. „Dies hätte den positiven Effekt, dass bei staatlichen Ausschreibungen nicht jene den Zuschlag erhalten würden, die mit Dumping-Löhnen das billigste Angebot abgeben können.“
 
Bei einem Scheitern der Tarifverhandlungen drohe ein ruinöser Wettbewerb im Rettungsdienst auf dem Rücken der Mitarbeiter – dies wäre zudem eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit in Bayern. BRK und ASB beeilen sich, in diesem Zusammenhang vor „überzogenen Forderungen seitens der Gewerkschaft“ zu warnen. Man strebe einen Tarifvertrag an, der auch wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtige. Zudem wolle man den Rettungsdienst in Bayern auf solide Füße stellen, um auch „die Einsatzfähigkeit der ehrenamtlichen Arbeit in vollem Umfang zu sichern.“

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