Sachsen-Anhalt legt nach neunmonatigem Probebetrieb eine erste Bilanz des Pilotprojekts Telenotarzt vor. Demnach gab es in den Landkreisen Mansfeld-Südharz und Saalekreis sowie in der Stadt Halle (Saale) seit Oktober 2024 mehr als 500 Einsätze, bei denen der Rettungsdienst telemedizinisch unterstützt wurde. In nur 1,5% der Fälle sei eine telemedizinische Unterstützung aufgrund fehlender Netzverfügbarkeit nicht direkt erreicht gewesen. In diesen Fällen sei der Kontakt über alternative Kommunikationswege hergestellt worden. Innenministerin Dr. Tamara Zieschang (CDU) spricht in einer Pressemitteilung daher von einem Erfolg und will dem Landtag vorschlagen, das Rettungsdienstgesetz zu novellieren und den Einsatz des Telenotarztes dauerhaft im gesamten Land zu ermöglichen.
Das Pilotprojekt in den zwei Landkreisen und einer kreisfreien Stadt wurde durch eine Innovationsklausel im Rettungsdienstgesetz möglich, das Ende 2021 rechtlich verankert wurde. Gemeinsam mit dem Landesbeirat Rettungswesen wurde im September 2024 das Versorgungskonzept des Telenotarztes erstmalig zugelassen. Damit sollen städtische und vor allem aber auch ländlich geprägte Rettungsdienstbereiche abgedeckt werden. Das Pilotprojekt ist für zwei Jahre mit Verlängerungsoption ausgelegt. In den drei Rettungsdienstbereichen werden fast 560.000 Menschen durch 52 RTW und 10 NEF notfallmedizinisch versorgt.

