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Salzburgs erster Telenotarzt im Dienst

13.02.2026, 11:26 Uhr

Foto: M. Hechenberger/Rotes Kreuz Niederösterreich

EKG-Beurteilung als zentraler Einsatzbereich


Erstmals wurde in Österreich eine bundesländer- und organisationsübergreifende Basisausbildung für Telenotärztinnen und -ärzte durchgeführt. Unter der Koordination des Roten Kreuzes Niederösterreich und in Abstimmung mit der Ärztekammer nahmen 27 Notärztinnen und Notärzte aus mehreren Bundesländern teil – darunter Dr. Alexander Franz vom Roten Kreuz Salzburg. Er ist der erste Salzburger Notarzt mit dieser Qualifikation und wird seine Expertise künftig im Telenotarztsystem einbringen. Nach dem ersten Dienst als Telenotarzt zog Franz ein positives Fazit und bestätigte, dass das Konzept eine wertvolle Unterstützung für die Rettungskräfte sei. Er sei bei fünf Einsätzen hinzugezogen worden, u.a. zur Beurteilung von EKG, aber auch zur Überbrückung, bis der physische Notarzt vor Ort gewesen sei. 

Die Ausbildung, die im Januar abgeschlossen wurde, kombinierte zwei Onlinemodule mit einem Präsenztag in der Landesverbandszentrale des Roten Kreuzes Niederösterreich in Tulln. Inhaltlich reichte das Spektrum von der Entwicklung des Telenotarztsystems in Österreich über Einsatzmöglichkeiten bis hin zu rechtlichen Rahmenbedingungen, Datenschutz und Kommunikation. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf praktischen Übungen in Kleingruppen, bei denen reale Einsatzszenarien simuliert und die technischen Systeme intensiv erprobt wurden.

Anfang 2025 startete im Bundesland Salzburg der flächendeckende Einsatz des Telenotarztes. Rund 170 NotSan verfügen inzwischen über die entsprechende Zusatzqualifikation. Bis Februar 2026 wurde der Telenotarzt in etwa 160 Einsätzen hinzugezogen, wobei rund 75% der Fälle internistische Ursachen betrafen – am häufigsten die EKG-Beurteilung bei Verdacht auf Herzinfarkt. In rund 10% der Einsätze konnte ein Transport ins Krankenhaus vermieden und ein alternativer „Best Point of Care“ empfohlen werden.

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