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Sechste Station der DRF-Luftrettung mit Blutprodukten ausgestattet

09.06.2026, 09:53 Uhr

Foto: DRF-Luftrettung

Notfallversorgung in Schleswig-Holstein gestärkt


Die Besatzung von „Christoph 42“ aus Rendsburg führt seit Anfang April Blut- und Plasmakonserven mit. Schleswig-Holstein sei ein überwiegend ländlich geprägtes, weitläufiges Flächenland, zu dem auch viele Inseln gehörten“, betonte Dr. Kai Berndt, Leitender Hubschrauberarzt an der Station Rendsburg. Mit Erythrozytenkonzentraten und Plasma stünden dem Team weitere Therapiemöglichkeiten direkt am Einsatzort zur Verfügung. Dadurch habe man die Möglichkeit, Patienten mit starkem Blutverlust – sei es durch äußere Verletzungen oder innere Blutungen – bereits am Einsatzort zu stabilisieren. Dies gelte besonders dann, wenn eine technische Rettung mehr Zeit in Anspruch nehme, sodass die Betroffenen schon vor Ort versorgt und für einen möglicherweise längeren Transport vorbereitet werden könnten.

Direkt an der Station Rendsburg wird ein Depot mit „Universalblutpräparaten“ vorgehalten. Die Erythrozytenkonzentrate stammen aus Blutspenden mit der Blutgruppe 0 sowie gefriergetrockneten Plasmakonzentraten der Blutgruppe AB. Diese Blutgruppen eignen sich optimal für den Einsatz in der Notfallmedizin, weil sie von Patienten aller Blutgruppen (A, B, AB und 0) vertragen werden. Geliefert werden die Erythrozytenkonzentrate von der Blutbank des Instituts für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, während das Blutplasma von der Apotheke der Schön Klinik Rendsburg bereitgestellt wird.

2019 war der Greifswalder RTH bundesweit der erste, der routinemäßig Blut- und Plasmakonserven an Bord mitführte. Das dafür notwendige Transportverfahren hat die DRF-Luftrettung in Mannheim gemeinsam mit dem DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen sowie den Universitätskliniken in Mannheim und Greifswald entwickelt.

In den Jahren darauf wurden weitere RTH mit Blutprodukten ausgestattet. Dazu zählen Greifswald, Mannheim, Regensburg, Stuttgart und Berlin-Marzahn. Die Erfahrungen mit der präklinischen Anwendung von Blutprodukten seien laut DRF-Luftrettung positiv. Diese Beobachtungen entsprächen auch der Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, die in einer Stellungnahme vom Dezember 2023 den Nutzen einer frühzeitigen Gabe solcher Präparate betont habe. Über 170 Patienten haben bisher Erythrozytenkonzentrate oder Plasmen erhalten. Zur wissenschaftlichen Evaluation beteiligt sich die DRF-Luftrettung am „Blut im Notarztdienst-Register“ (BiNAR) der BAND e.V.

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