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ThFV: Innenministerium hat „versagt“

05.06.2014, 10:22 Uhr

Foto: THW

Konsequenzen aus Hochwasser nicht gezogen

Der Thüringer Feuerwehr-Verband (ThFV) hat dem Thüringer Innenministerium Versagen im Katastrophenschutz vorgeworfen. Bislang habe es das Ministerium nicht geschafft, Konsequenzen aus der Hochwasserkatastrophe vor einem Jahr zu ziehen, so Verbandschef Lars Oschmann. Innenminister Jörg Geibert (CDU) habe zwar mehrfach versprochen, eine entsprechende Auswertung vorzulegen. Bislang sei dies aber nicht geschehen. Oschmann verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Feuerwehrverband auf ehrenamtlicher Basis bereits im vergangenen Sommer die Hochwasserkatastrophe ausgewertet hat. Deshalb sei es unverständlich, dass das Innenministerium es bis heute nicht geschafft habe, Konsequenzen zu ziehen. Der Verbandschef verwies in diesem Zusammenhang auf Bayern. Dort sei die Hochwasserkatastrophe  bereits im Sommer vergangenen Jahres ausgewertet worden. Seit Februar dieses Jahres stehe dort ein 21 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm zur Verfügung.

Für Thüringen hat der Feuerwehr-Verband bereits im vergangenen Jahr „erheblichen Anpassungsbedarf“ im Katastrophenschutz angemahnt.  Als eine Konsequenz aus der Hochwasserkatastrophe fordert der Thüringer Feuerwehr-Verband erneut einen flächendeckenden Wiederaufbau des Sirenensystems im Freistaat. Auch einsatztaktisch hatte der Einsatz der Thüringer Hochwasserhelfer in Sachsen-Anhalt Defizite offenbart. Dies betrifft u. a. die  Bildung von Großverbänden aus den Einsatzzügen mehrerer Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte. Der Thüringer Feuerwehr-Verband fordert, die eingesetzten Einheiten künftig besser auf solche Einsätze vorzubereiten. Die Einheiten müssten in die Lage versetzt werden, autark im Einsatzgebiet zu arbeiten und auch Unterkunft und Verpflegung abzusichern. Hier hatten sich erhebliche Defizite offenbart. Außerdem fehlt es bisher an einer entsprechenden personellen und technischen Führungskomponente für solche Einsätze. So stünden bislang z.B. keine größeren Einsatzleitfahrzeuge und keine einheitliche Stabssoftware im Freistaat zur Verfügung, erklärte Oschmann.

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