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Thüringen präsentiert Masterplan Rettungsdienst

07.05.2026, 15:17 Uhr

Foto: A. Schubert

100 Mio. Euro Sanierungsbedarf bei Rettungswachen


Am Dienstag wurde bei der Thüringer Regierungsmedienkonferenz der Masterplan Rettungsdienst des Landes vorgestellt. Staatsekretär Andreas Bausewein vom Innenministerium stellte ihn als „dynamisches, jährlich fortgeschriebenes Dokument“ vor. Jedes Jahr zum 30. November soll über den Umsetzungsstand berichtet werden. Vorgesehen sind u.a. einige kurzfristige Maßnahmen, die teilweise bereits umgesetzt werden. Dazu zählen eine Leitstellenreform mit einer Reduktion auf sechs redundante Rettungsleitstellen bis zum 31. Dezember 2030, die Digitalisierung der Rettungskette mit einer Vitaldaten-Übermittlung ans Krankenhaus vorab, der flächendeckende Einsatz eines Telenotarztsystems, landeseinheitliche Ausbildungsregelungen für Rettungssanitäter sowie die Qualifizierung der Leitstellendisponenten für die Telefonreanimation. Als mittelfristige Maßnahmen plant Thüringen die Einführung einer smartphonebasierten Ersthelfer-App zur Laienreanimation (dazu gibt es seit Februar in Jena ein Modellprojekt), die Anpassung an die Krankenhausreform des Bundes sowie die Entlastung des Rettungsdienstes durch eine bessere Verzahnung der Rufnummern 112 und 116117.

Eingeräumt wurde zudem ein Sanierungsstau: Bei rund 120 Rettungswachen bestehe ein Sanierungsbedarf von insgesamt ca. 100 Mio. Euro. Da es sich um eine kommunale Aufgabe handele, seien als Kostenträger die Krankenkassen bzw. Kommunen in der Pflicht. Landesmittel stünden angesichts der Haushaltslage kaum zur Verfügung. Die Rettungsfristen (12 min, in dünn besiedelten Bereichen 14 min) werden laut Bausewein in den allermeisten Fällen eingehalten und sollen es trotz des demografischen Wandels auch bleiben.

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