Für das Technische Hilfswerk begann gestern in Wörth am Rhein die Serienauslieferung von neuen geländegängigen Lkw. Alle 66 Fachgruppen Logistik Materialwirtschaft erhalten jeweils ein Fahrzeug auf Basis des Unimogs U 5025 – jeweils ein Fahrzeug pro THW-Regionalstelle. Die ersten fünf Einsatzfahrzeuge mit Allradantrieb nahmen Einsatzkräfte aus dem Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, dem Landesverband Bremen, Niedersachsen sowie dem Landesverband Baden-Württemberg beim Fahrzeughersteller Daimler Truck entgegen. Die restlichen Fahrzeuge folgen im Laufe dieses Jahres.
Die Einsätze während des Starkregen- und Hochwasserereignisses 2021 zeigten deutlich, wie hilfreich geländegängige Lkw sind, um auch überflutete oder durch Schutt blockierte Wege sicher zu erreichen. Diese Erfahrungen sind auch in die Beschaffung und Ausstattung der neuen Einsatzfahrzeuge eingeflossen. Mit einer Watfähigkeit von bis zu 1,2 m, einer Achsverschränkung von bis zu 0,5 m und einer Bodenfreiheit von 0,48 m unter dem Achsdifferenzial dank der Portalachsen kann das Fahrzeug auch in unwegsamem Gelände eingesetzt werden. Dadurch wird das Befahren von überschwemmten Gebieten sowie Forst- und Waldgebieten möglich. Für die notwendige Leistung sorgt ein 4-Zylinder-Motor vom Typ OM 934 mit 252 PS und einem Drehmoment von 1.000 Nm. Gegenüber dem Vorgängermodell steht damit eine um 21 PS höhere Motorleistung zur Verfügung. Außerdem wurde mit einer Gesamthöhe von 3,4 m auch der Einsatz im urbanen Raum berücksichtigt.
Mit der 3,2 m langen Ladefläche und einem Ladekran für den Stückgutumschlag sind die Lkw vielseitig einsetzbar. Die Ladefläche eignete sich dank hoher Bordwände und integrierter Aufstiegshilfen auch für die Rettung von Personen im Rahmen von Evakuierungen.
Die Fahrzeuge sind als einheitliche Plattform ausgelegt und besitzen – je nach Einsatzbedarf – eine standardisierte Ausstattung. Dazu zählen Blaulichtanlagen an Front und Heck, Funktechnik im Fahrerhaus, eine Rückfahrkamera, ein umfangreiches Stauraumkonzept sowie einsatzrelevante Komponenten wie Feuerlöscher und Schutzgitter für Beleuchtungseinrichtungen. Ein Zivilschutzzeichen auf den Türen kennzeichnet die THW blauen Lkw als Fahrzeuge des Bevölkerungsschutzes. Der Aufbau der Fahrzeuge erfolgt durch die Firma F&B Nutzfahrzeug-Technik GmbH im benachbarten pfälzischen Hagenbach.
Neben den 66 Unimogs ergänzen auch zehn Sattelzugmaschinen den Fuhrpark des THW. Ausgeliefert werden sie im Laufe des Jahres zusammen mit Aufliegern mit Plane und Spriegel sowie Aufliegern für den Container-Transport. Eingesetzt werden sie für den Transport von Material, wie etwa Sandsäcke, Großzelte und Baumaterialien. Die Fahrzeuge sind für die Trupps Transport Schwer vorgesehen und auch für den Transport von Gefahrgut geeignet.

