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1,2% der Gesundheitsausgaben für den Rettungsdienst

08.03.2016, 11:00 Uhr

Foto: M. Schepers

Statistisches Bundesamt legt Zahlen für 2014 vor

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 328 Mrd. Euro für Gesundheit in Deutschland ausgegeben. Dies entspricht einem Anstieg 4,2% gegenüber dem Jahr 2013. Auf den Rettungsdienst entfielen davon rund 3,9 Mrd. Euro, das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr von 3,8%. Damit entfallen auf den Rettungsdienst nicht einmal 1,2% an den gesamten Gesundheitsausgaben im Jahr 2014. Betrachtet man die Werte der vergangenen 10 Jahre, so sind die Ausgaben für den Bereich Rettungsdienst seit 2005 (ca. 2,6 Mrd.) um 52,8% gestiegen, während die Gesundheitsausgaben insgesamt um „nur“ 35,6% anstiegen. Im Jahr 2005 betrug der Anteil des Rettungsdienstes an den gesamten Gesundheitsausgaben rund 1,1%.

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung beliefen sich im Jahr 2014 auf 191,8 Mrd. Euro und lagen somit 5,6% über den Ausgaben des Vorjahres. Für den Rettungsdienst gab die gesetzliche Krankenversicherung im Jahr 2014 rund 3,4 Mrd. Euro aus und damit rund 3,6% mehr als im Jahr 2013. Im Vergleich zu den Ausgaben im Jahr 2005 (ca. 2,2 Mrd. Euro) sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für den Bereich Rettungsdienst um 53,8% gestiegen.

Kommentare

08.03.2016, 15:47 Uhr von Beobachter
In unserem hochverdichteten Landkreis haben sich die Leistungen von 2005 bis 2014 wie folgt entwickelt:

Hilfsfristrelevante Einsätze (bei 10 Minuten, p90): + 67,6 %
Nach § 60 SGB V abrechenbare Gesamteinsatze: + 18,9 %

Mit anderen Worten: In unserem Kreis ist das Hauptprodukt in einem Zeitraum von neun Jahren um 13,8 Prozentpunkte stärker gewachsen als die Ausgaben.
08.03.2016, 16:24 Uhr von Alex
@Beobachter: Jaja, die fiese Statistik, So ist das nun mal mit Durchschnittswerten, die einen liegen drüber, die anderen drunter ;-)
Ich könnte fast garantieren, dass die Kosten- bzw. die Budgetsteigerung in Ihrem RDB seit 2005 deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt (so viele hochverdichtete Landkreise mit 10Min- und p90-Vorgabe gibt es ja auch nicht; Rhein-Main-Gebiet?). Und das, was Sie als HF-relevante Einsätze ausweisen, ist mit Sicherheit zum weit überwiegenden Teil KEIN Notfall (z.B. i.S. des First Hour Quintet), diese Rate entwickelt sich deutlich anders.
Was mich immer wundert: Alle Systemverantwortlichen jammern über die steigenden Einsatzzahlen, erhöhen dann die Vorhaltung und reichen die Rechnung an die GKV weiter, p90 wird trotzdem nicht eingehalten, also geht die Schleife von vorne los. Eigentlich wäre es doch mal angezeigt, seiner Managementverantwortung gerecht zu werden und zu versuchen, den RD konsequent auf die Notfallrettung auszurichten, intelligente Steuerungsalgorithmen umzusetzen und so die internen Wirtschaftlichkeitspotentiale zu heben, OHNE Personalkostendumping zu betreiben. Wäre alles möglich, will und v.a. muss nur keiner, weil es ja fremdes Geld ist.
09.03.2016, 09:58 Uhr von Beobachter
Ja, traue keiner Statistik, die Du nicht zumindest selbst interpretiert hast ;-)

Schon klar, dass es sich bei einem Großteil der Signalfahrten um keine wirklichen Notfälle handelt. Schwer nur, das ex ante auszuschließen. Ich denke, diesem Problem ist nur mit einer einheitlichen, qualitätsgesicherten Abfrage beizukommen, wie sie (nur) die Standardisierte Notrufabfrage bietet.

Außerdem müssten die Grenzen zwischen den nebeneinander her wirtschaftenden Systemen Rettungsdienst, niedergelassene Ärzte (mit ÄBD) und den Notaufnahmen der Krankenhäusern überwunden werden. Die Existenz dieser nach schönstem deutschen Zuständigkeitsdenken eingerichteten Sektoren bewirkt erhebliche Fehlallokationen von Ressourcen und Abrechnungsfalldenken.

Ein erster Schritt könnte - nein müsste - darin bestehen, Abfrage und Disposition des ÄBD über die Leitstelle laufen zu lassen. Dort, wo es wenig ausgelastete Notarztsysteme gibt, könnten diese auch Hausbesuche des ÄBD übernehmen. Alternativ wäre über einen arztfreien Rettungsdienst bzw. Umstellung auf ein Paramedic-System nachzudenken. Große Teile der entwickelten Welt scheinen damit ja problemlos zurecht zu kommen ...

Bei allen erforderlichen Reformen könnte die Leitstelle sehr gut die Rolle des sog. Gatekeepers für die Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheitssystems übernehmen. Vielversprechende Ansätze gibt es hier z.B. bei der Leitstelle Niederösterreich.
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