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3,5-Tonnen-Marke geknackt

22.02.2012, 13:04 Uhr

Fotos: Rettungsdienst Bodensee-Oberschwaben

Neue RTW am Bodensee für DRK

Wie der Rettungsdienst Bodensee-Oberschwaben vermeldet, kommen nun erstmals in der Geschichte der Rettungsdienstgesellschaft Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zul. Gesamtgewicht als „normale RTW“ zum Einsatz. Die Nutzung eines leichteren Fahrzeugs wäre aufgrund der Ausstattung und neuen Anforderungen kaum mehr möglich gewesen: Stryker Stair Chair, Automatikgetriebe, Schleuderketten und die Zulassung für 6 Personen. Mit der Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts kamen auch erstmals mehrere Aufbauer in Frage. Die Wahl fiel auf Ambulanz Mobile GmbH in Schönebeck, deren Techniker die Anforderungen der Rettungsdienstgesellschaft geschickt um eigene Innovationen ergänzten. Als Basismodell dient ein Mercedes-Benz Sprinter, 519 CDI (Automatik).

Die neuen RTW kommen an den Lehrrettungswachen Wangen im Allgäu, Leutkirch, Tettnang und Altshausen zum Einsatz. Der Interhospital-RTW ist in Friedrichshafen am Bodensee stationiert. Ein KTW wurde in Überlingen in Dienst gestellt. Der neue Baby-NAW (mit Luftfederung) ersetzt das zwischenzeitlich in die Jahre gekommene Fahrzeug in Ravensburg und wird in Kooperation mit der Kinderklinik der Oberschwabenklinik GmbH betrieben. 

Die Rettungsdienst Bodensee-Oberschwaben gGmbH des DRK ist mit der Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes beauftragt und betreibt 13 Rettungswachen sowie die Integrierten Leitstellen für die Landkreise Bodenseekreis, Sigmaringen, Ravensburg und die dazugehörige Verwaltung. An den Dienststellen sind über 220 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr sowie etwa 200 Ehrenamtliche der DRK-Kreisverbände Bodenseekreis, Ravensburg und Wangen.

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Kommentare

22.02.2012, 21:44 Uhr von Stefan
Während in Baden-Württemberg an anderen Orten auf "Matchbox-RTW" reduziert wird, zeigt dieser Betrieb, dass es beim roten Plus auch anders geht. Gratulation zu diesem überzeugenden Fahrzeugkonzept!

Ausschlaggebend ist meines Erachtens hier vor allem die straffere Verwaltungsstruktur durch die Zusammenlegung dreier Rettungsdienstbereiche.
Ein Modell, das auch politisch aufgegriffen werden sollte.
23.02.2012, 20:13 Uhr von Frank
Die Vorhaltung von "Matchbox-RTW" (nicht nur) beim Roten Plus ist ja i.d.R. auch der Tatsache geschuldet, dass die FSJ, Bufdis, EA ohne großen Führerschein etc. weiterhin günstig und im Vereinsinteresse mit blauem Licht und Einsatzhorn durch den Berufsverkehr fahren können. Obwohl ich persönlich nicht mit solch einem "3,5-Tonnen-RTW" auf eine geeichte Waage fahren möchte, wenn die komplette Besatzung und das med. Equipment an Bord sind.
25.02.2012, 01:24 Uhr von Uli
Nach oben hin keine Grenzen. Muss das sein? Und was sagen die Kostenträger dazu? Und ob sich das auch auf Dauer finanziell darstellen lässt, wenn 100 % solche Fahrzeuge da sind? Die Führerscheinklassen und davon abhängig der kostengünstige Personal sind nur ein Teilaspekt. Aber die Lösung wsird bestimmt bald kommen: Erwerb des entsprechenden Führerscheins auch für die "günstigen" Fahrer, eingerechnet in die Abrechnungen mit den Kostenträgern.
25.02.2012, 15:24 Uhr von Marc
@Uli: Dein Blickwinkel ist verständlich. Bedenke auch dies: Dass Betriebe nicht mehr bereit sind, überladene RTW-Pappschachteln zu tolerieren, halte ich für wichtig. Gerade in BW wird mit der Sicherheit der Beteiligten gespielt. Ich wünsche mir, dass mehr Rettungsdienste diese Verantwortung entwickeln.
25.02.2012, 19:20 Uhr von Martin
Was ist neu an RTW über 3,5t? Die fahren bei uns schon einige Zeit. Wenn man seinen RTW nach DIN ausstattet und der Landkreis meint, es "dürfte gerne auch ein bisschen mehr sein", Patienten immer schwerer werden, Personal und Notärzte auch, dann muss man eben mit Lkw Rettung fahren. Vorteil: Da ist man vom Gewicht auf der sicheren Seite und kann in ordentlichen Fahrzeugen arbeiten.
26.02.2012, 22:45 Uhr von Achim
@Uli und Frank

Zunächst zu den Kosten: Meines Wissens nach bekommen alle Hilfsorganisationen momentan gleich viel für einen RTW in BW, nämlich so um die 75.000 Euro. Sollte der RTW mehr kosten, muss dies die HiOrg selber berappen. Ausnahmen gelten wohl für Sonderfahrzeuge wie NAW, Baby NAW und ITW, die es aber nur sporadisch gibt. Ansonsten darf man eigentlich von den Krankenkassen erwarten, insbesondere im Hinblick auf deren Überschüsse des vergangenen Jahres, dass die Finanzierung von RTWs gemessen an den übrigen Kosten des Gesundheitssystems, für diese ein Fliegensch... darstellt.
Was ich nicht verstehe, ist immer noch der Verweis auf Ehrenamtliche usw. bezüglich des Führerscheins. Komischerweise ist dies bei den FFWen scheinbar kein Problem. Wer dort nicht bereit ist diesen zu erwerben kann, auch kein solches Fahrzeug führen, und Punkt.

Das Problem stellt sich hinsichtlich der kleinen 3,5t Kasten-RTW ganz anders dar: Es gibt niemanden, den dies stört! Fünf Personen im Fahrzeug, abgespeckte Ausstattung nach Gusto des Betreibers und dennoch das zulässige Gesammtgewicht um mehr als 10% überschritten? Kontrolliert doch niemand!
Man macht es, weil es geht. Ganz einfach.
27.02.2012, 16:57 Uhr von Ulli
Na dann mal allzeit gute Fahrt.
Und nicht vergessen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt nun 80 km/h, denn daran wollen so manche Fahrer von RTW > 3,5 Tonnen nicht so gerne erinnert werden ;-)
28.02.2012, 17:03 Uhr von Gerd
@Ulli: Als Sportfahrer hat man es heutzutage immer schwerer, oder?
Man muss da eben Prioritäten setzen und wählen:

- entweder mit einer am Limit beladenen Kiste (da sind die Bremsen auch gleich warm),
- einer eingeschränkten Zahl an Sitzplätzen (der Praktikant kann ja dann im NEF mitfahren),
- mit ausgewählter gewichtsreduzierter Ausrüstung an einem spartanisch ausgestatten Arbeitsplatz und
- dem Verzicht auf die Dinge der Neuzeit wie Automatik, Luftfederung oder Retarder.

"Sportiv" unterwegs zu sein oder halt ohne Sonderrechte nur 80km/h zu fahren.
Gute Fahrt
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