Am 25. September 2012 hat der Rat der Stadt Pulheim in einer nicht-öffentlichen Sitzung die Vergabe des Rettungsdienstes entschieden. Wie RETTUNGSDIENST erfuhr, wurde die Krankentransport Herzig GmbH, eine einhundertprozentige Tochter der Falck Rettungsdienst GmbH, mit der Durchführung der Notfallrettung in der 55.000-Einwohner-Stadt nordwestlich von Köln beauftragt. Ausgeschrieben war ein 24-Stunden-RTW an 365 Tagen im Jahr am Standort Pulheim-Sinnersdorf. Bisher waren die Malteser dort vertreten. Die Vertragslaufzeit beginnt am 1. Januar 2013 und endet am 31. Dezember 2017. Es besteht eine Option auf eine 12-monatige Verlängerung.
Gefordert war u.a., dass bei zwei zu besetzenden Funktionsstellen und ca. 1.920 bis 1.940 tatsächlichen Anwesenheitsstunden je Mitarbeiter und Jahr eine Rettungsassistenten-Quote von mindestens 85% durchgängig aufrecht erhalten werden kann. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass mindestens 50% des eingesetzten Personals auf der höchsten für den jeweiligen Mitarbeiter geltend gemachten Qualifikationsstufe eine mindestens dreijährige Berufserfahrung im Notfallrettungsdienst nachweisen kann. Die Mitarbeiter, die letztlich vor Ort für rettungsdienstliche Aufgaben eingesetzt werden, müssen eine Ortskenntnisprüfung erfolgreich absolvieren. Dazu wird es voraussichtlich im November noch zwei Prüfungstermine geben.


Kommentare
Ich finde es gut, dass auch der private Falke immer mehr Land gewinnt. Respekt auch an den Rat der Stadt Pulheim. Weiter so.
Nun werden bei den kommunalen Freunden die Tränen fließen. Egal.
Gruß
Günni
Ich selber bin 14 Jahre unter dem DRK in Sinnersdorf den Rettungsdienst gefahren und Opfer einer Ausschreibung geworden. Ich habe Glück gehabt und bin jetzt bei einem kommunalen Träger, wo es sich zumindest beruhigter arbeiten lässt. Ich finde aber, dass endlich mal aufgehört werden soll, die Mitarbeiter wie Ramsch hin und her zu schubsen. Sie haben ein Recht auf soziale Absicherung. Ich weiß aus sicherer Quelle, dass aus dieser Ausschreibung zumindest zwei Mitarbeiter vom MHD die Kündigung bekommen haben. Also, wem soll ich gratulieren? Eine Schweinerei ist das.
Und noch etwas finde ich merkwürdig, und komischerweise gibt's das im Gesundheitswesen auch nur im RD, oder hat schon mal jemand gehört, dass die Krankenhäuser, Arztpraxen, Berufsfeuerwehren oder die Krankenkassen alle fünf Jahre neu ausgeschrieben werden? Nein, komischerweise nur der Rettungsdienst und das, obwohl er an den Gesamtkosten des Gesundheitswesens in Deutschland nur einen Bruchteil einnimmt.
Werdet endlich klar im Kopf, es geht nicht um Privat, HiOrg, Kommunal oder auch nicht um Ehren-, Haupt- und Nebenamt. Es geht immer noch um Menschen, die einen Job haben und alle fünf Jahre neu um ihren Arbeitsplatz zittern müssen und niemals eine Planungssicherheit haben. Und genau das ist es, was leider einen tollen Beruf so unattraktiv macht - natürlich neben der Bezahlung und leider geringen Wertschätzung.
GLG aus dem Norden
@Günni und Mirco: Ist Ihnen bekannt, dass bei solchen Auschreibungen auch Familen darunter leiden? Arbeitslos/Hartz IV, so etwas finden Sie toll! Mirco freut sich sogar, in der Hoffnung, dass seine Stelle nicht der Ausschreibung unterliegt. Echter Kollege.
Ausschreibungen gibt es im Verkehrsgewerbe (Regionalbahnen, S-Bahnen und Buslinien), Materialbeschaffungen der öffentlichen Hand, Bautätigkeit der öffentlichen Hand, Dienstleistungen der öffentlichen Hand (z.B. Baustellenabsicherung, Landschaftsgärtnerische Tätigkeiten usw.).
Ach ja, große Unternehmen der Energiewirtschaft müssen Beschaffungen und Dienstleistungen auch ausschreiben. Verabschieden Sie sich von dem Gedanken "Das war schon immer so, das kann so bleiben." Ich würde die Energie lieber darauf verwenden, mal zu überlegen, wie denn die Kriterien einer Ausschreibung gestalltet werden müssen, damit das Verfahren fair, transparent und mit wenig Auswirkungen für die Beschäftigten gestaltet werden kann.
Vorwärte denken und nicht nach hinten sehen.