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Formel 1-Chefarzt lobt Rettungskräfte

25.07.2011, 15:53 Uhr

Foto: T. Trütgen

Streckensicherung durch DRK und Marienhaus Klinikum

Mit insgesamt 198 Einsatzkräften im Sanitäts- und Rettungsdienst bewältigte das DRK den viertägigen Einsatz während des diesjährigen Großen Preises von Deutschland der Formel 1 am Nürburgring. In den fünf Sanitätsstationen wurden insgesamt 72 Hilfeleistungen durchgeführt, z.B. die fachgerechte Versorgung kleinerer Wunden. Der DRK-Rettungsdienst am Nürburgring besetzte acht Rettungsfahrzeuge – davon zwei mit Notarzt – und führte 121 Krankentransport- und Rettungsdiensteinsätze durch. Hierbei handelte es sich um campingbedingte Unfälle, die zur weiteren ärztlichen Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert wurden. Im Medical Center am Nürburgring wurden insgesamt 81 Personen behandelt.

Auch die Sicherung der Rennstrecke und die Organisation der gesamten notfallmedizinischen Versorgung des „Rennzirkus“ lag in den Händen des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler. Hier war das DRK mit weiteren 58 Rettungskräften und zwölf Fahrzeugen in Bereitschaft. Höhepunkt der Einsatzvorbereitungen zur Streckensicherung war am vergangenen Donnerstag (21. Juli) die notfallmedizinische Kontrollabnahme, verbunden mit einer medizinischen Großeinsatzübung auf der Rennstrecke. Unter Beobachtung von Dr. Michael Scholz, höchster Automobilrennarzt im Deutschen Motorsportbund (DMSB), und Prof. Dr. Gary Hartstein, Chefarzt der Formel 1, wurde ein schwerer Rennunfall mit seitlichem Einschlag und einem stark verletzten Rennfahrer simuliert.

Die Mediziner waren voll des Lobes für die notfallmedizinische Crew vom Marienhausklinikum im Kreis Ahrweiler und vom DRK. Als oberster Notfallmediziner der Formel 1 betonte Hartstein, dass er einen solch guten Versorgungsstandard wie am Nürburgring in dieser Rennsportsaison noch nicht gesehen habe und bezeichnete die Hilfeleistungsstrukturen als „exzellent“. Das Personal im Medical Center des Nürburgrings wird seit fünf Jahren vom Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler und vom DRK-Kreisverband Ahrweiler e.V. gestellt.

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Kommentare

25.07.2011, 16:41 Uhr von Jens
Es wäre wirklich interessant zu wissen, welchen Betrag das DRK Ahrweiler für diese Dienstleistung vom Veranstalter erhalten hat und wieviel davon bei den Einsatzkäften angekommen ist.
25.07.2011, 17:17 Uhr von Carlos
@Jens:
Was ist denn das schon wieder für ein Kommentar?!

Es handelt sich bei den Einsatzkräften um ehren- oder hauptamtliche Mitarbeiter. Das ist aber für die Frage, was die "abbekommen", völlig egal!

a)
Wenn es hauptamtliche (oder auch nebenamtliche) Mitarbeiter sind, bekommen die ein Gehalt. Die Höhe richtet sich nach dem Arbeitsvertrag (ggf. einem mündlichen oder faktischen!). Die Mitarbeiter sind natürlich nicht an Umsätzen beteiligt. Es wäre sogar unzulässig, Mitarbeiter etwa durch "Fangprämien" für durchgeführte Transporte zu beteiligen. Welche Vergütung der Verband vereinbart hat, ist allein sein Problem. Wenn er gut kalkuliert und verhandelt hat, decken die Einnahmen seinen Kosten und evtl. bleibt sogar ein Überschuss aus diesem Einsatz. Hat er schlecht kalkuliert, muss er "zuschießen". Insoweit ist die Situation nicht anders als bei einem einzelnen Transport. Wenn dieser mit einer Pauschale abgerechnet wird, kann es sein, dass er (z.B. weil viel Material verbraucht wurde und er lange dauerte) nicht kostendeckend ist. Genauso kann es sein, dass er sehr schnell beendet ist und "nur" transportiert wurde. Dann würde evtl. aus diesem Einsatz ein "Übererlös" bleiben. Damit ist nicht gesagt, dass insgesamt ein "Gewinn" angefallen ist bzw. anfällt.

Auch bei der Deutschen Bahn, um mal ein plastisches Beispiel zu gebrauchen, bekommt kein Zugbegleiter oder der Lokführer mehr Geld, wenn der Zug voll besetzt ist, er besonders viele Haltestellen anfährt oder er vielleicht den Sonderzug zum Fasching fährt. Warum sollte der hauptamtliche Mitarbeiter für diesen Dienst mehr bekommen als sonst?

b)
Nicht anders ist es aber bei ehrenamtlichen Mitarbeitern. Diese haben sich - aus welcher Motivation auch immer - bereit erklärt, ihre Arbeitsleistung dem DRK zu spenden, also eine Arbeitsleistung ohne Gehaltszahlung zu erbringen (vielleicht auch weil sie gern ein Autorennen oder ein Konzert sehen möchten). Gerade weil sie ihre Arbeitsleistung spenden wollen (sonst wären sie nicht ehrenamtlich!), bekommen sie natürlich auch keinen Anteil von Einnahmen des DRK vom Veranstalter. Ich glaube auch nicht, dass ein ehrenamtlicher Helfer dies ernstlich verlangen würde (dann wäre er nämlich nicht ehrenamtlich sondern neben- bzw. hauptamtlich).

Und wenn tatsächlich das DRK wegen der Spende der Arbeitsleistung diese nicht bezahlen muss und daher dieser Dienst einen Überschuss erwirtschaftet, verbleibt dieser Überschuss dem DRK zur Erfüllung seiner Aufgaben (z.B. Ausbildung, Ausrüstung, Ausstattung, etc.). Insoweit ist es nicht anders, wenn z.B. der hauptamtliche Mitarbeiter sein Gehalt beziehen würde und das dann dem DRK spendet, weil er die Aufgaben unterstützen möchte. Und es ist auch nichts anderes, wenn ein normaler Bürger eine Spende dem DRK gewährt.

c)
Auch bei einem dieser ach so schlimmen "privaten" oder einem "kommunalen" Rettungsdienst bzw. bei Feuerwehren läuft es nicht anders (ggf. durch Gebührensatzung festgelegt). Auch dort werden Einsätze dieser Art angefordert und durchgeführt. Auch Private oder Kommunale vereinbaren vorher ein Entgelt und stellen dies in Rechnung. Auch Private oder Kommunale zahlen dafür Mitarbeitern kein zusätzliches Entgelt (warum auch?).

d)
Um es klarzustellen: Jeder muss wissen, ob und in welchem Umfang er zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit bereit ist. Dabei ist es egal, ob es eine Tätigkeit bei einer Freiwilligen Feuerwehr, dem THW, einer Hilfsorganisation im Rettungs-, San-Dienst oder K-Schutz, einer Jugendeinrichtung, der Kirche, den Pfadpfindern oder einfach durch Nachbarschaftshilfe bei der alten Frau von gegenüber durch Erledigen des Einkaufs. Es ist jedem freigestellt, sich nicht ehrenamtlich zu engagieren (denn es ist ja gerade freiwillig), aber auch jedem freigestellt, ehrenamtlich zu arbeiten - ganz egal, aus welchem Beruf man kommt.

Aber bitte nicht laufend die Diskussion darüber, was man "dafür" bekommt bzw. davon abbekommt.

Wieder mal Grüße aus dem Norden!
29.07.2011, 18:44 Uhr von Dr. Gabriel
Man kann diesen Ehren- und auch Hauptamtliche Einsatz der Kräfte an und auf der Strecke nicht hochgenug loben. Ich weiss wovon ich rede, da ich öffters bei Motorrad-Rennveranstaltungen im Ärztl. Bereich meinen Dienst versehe.
Ohne Streckensicherung kann keine Rennveranstaltung, egal in welcher Klasse, überhaupt laufen.
Auch in kleineren Klassen, wie Rennfahrerschulung, Sportfahrerlehrgang, etc. werden Sicherungskräfte benötigt. Da das F1 Rennen innerhalb des DMSB die Königsklasse ist,
nehmen einige Helfer sogar weiteste Anfahrten für sich in Kauf.
Es ist wie beim GP am Sachsenring, auch dort entsteht eigendlich kein Helfermangel.
Aber auch kleinste Motorsportveranstaltungen, zb. auf Kartbahnen, benötigen Streckenposten und Sanitätische Dienste. Ohne diese, keine Veranstaltung.
Sogar beim "Jedermannfahren" auf der Nordschleife, werden Rettungskräfte nebst Fahrzeuge,
an gewissen Streckenpunkte benötigt.

Evtl. war dieses F1- Rennen auf dem Nürburg-Ring sogar eine Abschiedsveranstaltung.
Nur ob die HelferInnen dafür Geld bekommen, erzeugt wieder eine Neiddebatte.
29.07.2011, 22:17 Uhr von Hendrik
Dem kann ich nur ganz zustimmen.Ehrenamtlich ist freiwillig und dient nicht dem Kommerz. Wenn aus der Ehrenamtlichkeit Geld erwirtschaftet wird,kommt es der Bereitschaft zugute und wird in Ausrüstung,Ausbildung etc. investiert.
Die Aufwandsentschädigung für den Helfer sind Fahrgeld usw.
Zum Vergleich auch das Amt des Betriebsrates ist ein Ehrenamt,wird aber wie Arbeitszeit vergütet.
31.07.2011, 19:41 Uhr von Karlos
Es ist eine Unverschämtheit das von den untestützenden Kollegen aus dem KV Jülich keine Rede ist!!!
Als ob der KV Ahrweiler lo ein Event alleine bewältigen kann ist mehr als fraglich, genau so wie RaR usw.
Ehre dem Ehre gebührt, alles andere ist höchst unkollegial!!!

P.S. selbst der RTW auf dem Foto ist aus Jülich!
02.08.2011, 14:38 Uhr von F.
@ Karlos:

Ganz toller Kommentar, danke dafür! Das zeigt uns doch mal wieder was so in dem ein oder anderen Ehrenamt´ler vor sich geht ;)
06.08.2011, 15:53 Uhr von Frank
Zu dem Kommentar von Karlos möchte ich nur anmerken: Soweit ich weiß, ist das DRK Jülich lediglich Kooperationspartner des DRK Ahrweiler und das DRK Ahrweiler Vertragspartner mit dem Nürburgring und auch mit der Formel 1. Wenn ich mir dann aber den Internetauftritt des DRK Jülich und die kunterbunten Fahrzeugbeklebungen ansehe, sagt dass doch schon alles aus.....

Wer lesen kann, ist doch klar im Vorteil: Im Bericht steht doch nur das die Orga vom DRK Ahrweiler durchgeführt wurde, alles andere wird doch als "das DRK" bezeichnet.
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