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Medizinische Fachberatung durch Feuerwehrarzt

18.02.2016, 16:41 Uhr

Foto: H. Scholl

DFV empfiehlt Installation in der Führung

Der Deutsche Feuerwehrverband e.V. (DFV) hat vor dem Hintergrund immer komplexer werdender Einsätze und der damit verbundenen erforderlichen medizinischen Fachberatung in der Feuerwehrführung eine Fachempfehlung zur Installation und Position des Feuerwehrarztes erarbeitet. Nach Ansicht von DFV-Vizepräsident Karl-Heinz Knorr, zuständig für Gesundheitswesen/Rettungsdienst im Präsidium des DFV, muss der Feuerwehrdienst an vielen Stellen mit ärztlicher Kompetenz begleitet und unterstützt werden. Dabei liege ein wichtiges Aufgabenfeld in der Prävention, d.h. bei arbeitsmedizinischen Untersuchungen, der ärztlichen Beratung von Feuerwehrleuten und in der Gesundheitsförderung sowie in der Ausbildung und nicht zuletzt auch im Einsatz. Im Verhältnis der Feuerwehr zum Rettungsdienst, den Gesundheitsämtern und Hilfsorganisationen könnten Ärzte aus dem Brandschutz sehr hilfreich sein. Dazu habe der DFV mit der aktuellen Fachempfehlung einen organisatorischen Rahmen geschaffen, an dem sich die Feuerwehren vollumfänglich orientieren könnten. Die ärztliche Unterstützung und Beratung könne laut Knorr auch anders organisiert werden, insbesondere dort, wo Berufs- oder Werkfeuerwehren in städtische bzw. betriebliche Strukturen eingebunden seien, wo ärztliche Zuständigkeiten bereits organisiert sind.

In der Publikation wird der Feuerwehrarzt als approbierter Arzt definiert, der durch seine Tätigkeit in der Feuerwehr in besonderem Maße Kenntnisse der Arbeit im Brandschutz hat und diese besonders sachkundig beurteilen kann. Vor diesem Hintergrund soll der Feuerwehrarzt als medizinischer Fachberater der Feuerwehrführungskräfte dienen und bei Bedarf die medizinische Betreuung der Feuerwehrangehörigen durchführen. Zur Qualifikation wird ausgeführt, dass eine Approbation als Arzt, die Weitebildung zum oder die Anerkennung als Facharzt, allgemeine und spezielle Fachkenntnisse in der Notfallmedizin, Grundkenntnisse in Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz sowie im CBRN-Bereich vorhanden sein müssen. Darüber hinaus wird die Mitgliedschaft in der Einsatzabteilung der Feuerwehr angestrebt. Die Aufgabengebiete umfassen als Hauptaufgabe die Beratung des Leiters der Feuerwehr in allen medizinischen Belangen als „Fachberater Medizin“. Einzelne feuerwehrärztliche Aufgaben gliedern sich in Ausbildung, Prävention, Organisation und Kommunikation sowie Einsatzaufgaben. Die Hierarchie sieht einen Bundesfeuerwehrarzt an der Spitze vor, dem die Landesfeuerwehrärzte, die Kreisfeuerwehrärzte und die Feuerwehrärzte folgen. Der Arzt in der Feuerwehr soll im Rahmen seiner Dienst- bzw. Einsatzkleidung die Kennzeichnung als Feuerwehrarzt als aktives Mitglied der Feuerwehr erhalten.

Die komplette Fachempfehlung steht hier zum Download zur Verfügung. (Scholl)

Kommentare

19.02.2016, 09:38 Uhr von Theodor
Das ich nicht Lache. Welch ein Stuss. Es wird Zeit das sich der Rettungsdienst von den Ärzten und ihrer Standesdünkelei befreit und nicht noch ein Arzt irgend eine Zweifelhafte Funktion bekommen die viel Geld kostet. Das ist besser bei den NotSan zu investieren in Gehalt und Ausbildung. Auch bei DFV rieselt der Kalk von der Decke mit dem Kalk in den Köpfen um die Wette.
19.02.2016, 10:25 Uhr von Peter
Das klingt in der Tat unsinnig.
19.02.2016, 10:29 Uhr von F.
Das ist kein Stuss, jedoch gibt es diese Position in den meisten Bundesländern, siehe NDS, bereits. Heißt dann nur nicht Feuerwehr-Arzt sondern ÄLRD und ist beim Träger RD angestellt. Der Träger RD ist ja in der Regel ein Kreis oder eine Kommune die ebenfalls Träger des Brandschutz sind. Hier gibt es tatsächlich Synergien auf die man aufbauen kann.

Die Forderung des DFV nach einem reinen Feuerwehr-Arzt zeigt das der Verband nicht die geringste Ahnung hat was im Rettungsdienst auch auf Höhere- Verwaltungsebene bereits möglich ist. Mein Feuer, dein Feuer es wird sich nie ändern. Mehr Sachverstand kann man sowieso von der AGBF erwarten.
19.02.2016, 11:12 Uhr von Philip
also bis auf den Punkt 3.4 sind das alles Aufgaben, die ich als Arbeitsmedizin oder betriebsärztliche Tätigkeiten sehen würde. Wußte gar nicht (@F.), dass dies in NDS der ÄLRD macht.

Auch wusste ich nicht (@Theodor), dass durch Unterlassung dieser Tätigkeit, die meist ehrenamtlich geschieht (der Großteil der Feuerwehren arbeitet ehrenamtlich), das Gehalt und die Ausbildung der NotSan besser wird?

Aber vielleicht könnt ihr das hier ja nochmals besser ausführen.
19.02.2016, 16:43 Uhr von Theodor
Boah, Philip. Klar der Feuerwehrarzt vor Ort macht es vielleicht Ehrenamtlich, bzw. der bekommt eine Aufwandsentschädigung wie der Ortsbrandmeister auch. Aber doch nicht der Kreis-, Landes- und Bundesfeuerwehrarzt. Da werden Bundesweit Hunderttausend wenn nicht Millionen verdonnert.
@ F. => In meinen Augen ist der ÄLRD auch über. Aber das ist eine andere Diskussion. ;-)
20.02.2016, 14:40 Uhr von Philip
@Theodor
Danke, dass Du antwortest. Der Arzt vor Ort bekommt garantiert keine Auswandsentschädigung, genausowenig wie andere Fachberater (etwa Fachberater Seelsorge/ Fachberater PSNV). Er ist im Endeffekt ein Feuerwehrdienstleistender, der zufälligerweise Arzt ist und hier in seiner Feuerwehr entsprechende Fachkenntnisse einbringt. Gilt für alle Berufsgruppen gleichermaßen. Auf Landesebene fließt bestimmt Geld, wenn diese nicht sogar angestellt sind (E13/E14), was aber für Ärzte eine absolut uninteressante Bezahlung ist.
Das sind aber bestimmt keine Millionen. Vor allem mußt Du immer noch deren Auftrag (und das sind Beratungsleistungen im Bereich Arbeitsmedizin) sehen. Kostenträger wären hier auch nicht wie im Rettungsdienst die Krankenkassen, sondern wie bei allen arbeitsmedizinischen Leistungen die Unfallversicherer oder der Arbeitgeber (Kommunen, Kreise, Länder).
Die Ausbildung von Erstehlfern in Betrieben wird auch von den zuständigen Unfallversichern gesteuert und finanziert und nicht von den Kassen und damit nicht von den ÄLRDs.
21.02.2016, 18:36 Uhr von Theodor
Woher willst Du wissen das die auf E13/E14 eingruppiert werden. Wenn es die Stelle gibt und es für die Angebotene Kohle keiner machen will - Was wird passieren, Äh? Ortsarzt keine Aufwandsentschädigung? Lächerlich, natürlich wird da Kohle fließen, wie auch immer man es dann nennt.
Und nebenbei, wieviele FF kennst Du, in der auch irgendein Arzt Mitglied ist? Also in echt, nicht nur auf dem Papier? Ja, das gibt es, aber es ist weder die Regel noch besonders häufig. PS:) Ich rede nicht von Köln oder Bielefeld, sondern von Seelow, Tarmstedt oder Ritzum. Keine Millionen? Mmmh, ich gebe zu bedenken das es ca. 24.000 FFeuerwehren in D gibt (lt.Wiki). Ist auch egal, selbst wenn sich Philip von mir überzeugen lassen sollte, es kommt eh nicht so. Bringen wird die Sache auch nichts, wie auch, kostet ja nichts ;-).
23.02.2016, 07:21 Uhr von Philip
bezüglich der Eingruppierung: E13/E14 ist die Entgeldgruppe, in der mein Dienstherr Ärzte einstellt (nicht die im KH arbeiten, da hier eine andere Tabelle gilt).
Das die Personalakquise schwierig ist stimmt. Das gilt aber für den gesamten öffentlichen Dienst. Was dagegen gemacht wird ist, dass, wo möglich, die Einstellungsvorraussetzungen herunterrgeschraubt werden. Wo das nicht möglich ist, wird eine Arbeitsmarktzulage bis 200 € monatlich gezahlt. Bringt m.E. aber auch nicht viel (in den Großstädten).
Ich kenne jetzt Seelow nicht, aber es gibt in meinem Heimatkreis Gemeinden von ähnlicher Größe (5.000 -10.000 EW), die Ärzte in der FF haben. Die sind aber nicht ausgebildet eingetreten, sondern waren schon ab der Jugend aktiv. Es ist ja auch eine Soll-Vorschrift und kein Muss.
Laut der Empfehlung müssen die Ärzte die Fw-Grundausbildung hinter sich haben und aktives Mitglied sein, was reine Schreibtischmitglieder ausschließt.
17.05.2016, 11:10 Uhr von von
Feuerwehrärzte arbeiten ehrenamtlich, auch Kreisfeuerwehrärzte und Bezirksfeuerwehrärzte tun das. Sie übernehmen arbeitsmedizinische Aufgaben, stellen die medizinische Ausbildung der Feuerwehrler sicher und haben Einsatzaufgaben. Beispielsweise sichern sie die Feuerwehrangehörigen ärztlich ab, werden zum CSA-Einsatz alarmiert, sind Ansprechpartner für den ärztl. Leiter RD/ LNA und stellen das Verbindungsglied zum Rettungsdienst dar. Sie nehmen Aufgaben des SiASS (Sicherheitsassistenten) war, sorgen für Ruhezonen bei Großbränden, achten auf Sicherheit und Gesundheit der im Einsatz befindlichen Kameraden. Sie beraten ausserdem bei Großschadendslagen, Chemieunfällen, Kraftwerksunfällen etc. Feuerwehrärzte betreuen außderdem First Respondergruppen.

Der Feuerwehrarzt ist kein Ersatz-Notarzt an der Einsatzstelle. Er ist nur bei Erschöpfung der Kapazitäten des Rettungsdienstes unmittelbar in die Patientenversorgung eingebunden.

Feuerwehrärzte mit Einsatzaufgaben sind aktive Feuerwehrleute. Sie wissen, wie Einsätze ablaufen. Sie kennen die Grenzen des Notarztdienstes und bringen ihr Wissen für die Einsatzleitung bei besonderen Lagen ein.
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