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Niedersachsen erhält neuen Infektionsrettungswagen

19.06.2017, 11:14 Uhr

Fotos: JUH

Boris Pistorius übergibt Spezialfahrzeug für den Katastrophenschutz in Hannover


Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat am Samstag auf der IdeenExpo in Hannover einen Infektionsrettungswagen (I-RTW) an die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) übergeben. Das Spezialfahrzeug ist Teil der zentralen Vorhaltung des Landes Niedersachsen im Katastrophenschutz und im Johanniter-Katastrophenschutzzentrum Südniedersachsen in Northeim stationiert. Der I-RTW ermöglicht Einsatzkräften den sicheren Transport und die Behandlung hoch infektiöser Patienten. Die Trage im Patientenraum ist in einen IsoArc gehüllt – ein luftdichtes Zelt, in dem permanenter Unterdruck herrscht, damit Keime nicht entweichen können. Die Einsatzkräfte tragen Gebläseschutzanzüge mit Atemfilter und können den Patienten durch Bullaugeneingriffe behandeln. Der Fahrer ist durch eine Wechselsprechanlage und über eine Kamera mit dem Patientenraum verbunden. Mit einer Desinfektionsvernebelungsanlage von SkanFog kann der Fahrzeuginnenraum sicher gereinigt werden.

Auf das Arbeiten unter Isolations- und Schutzmaßnahmen haben sich die 12 Rettungsdienst-Mitarbeiter in Northeim in speziellen Weiterbildungen und Übungen gezielt vorbereitet, erklärt Marc Küchemann, Rettungswachenleiter im Ortsverband Northeim und Regionalbereitschaftsführer im Regionalverband Südniedersachsen. Unter dem Schutzanzug tragen sie spezielle Funktionsunterwäsche mit einer Weste, eine Trinkblase und ein Funkgerät sowie Seitentaschen, in denen u.a. Energieriegel und Urinbeutel platziert werden, damit ein sicheres Arbeiten über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden kann. Der I-RTW wird mit zwei Notfallsanitätern bzw. Rettungsassistenten in Schutzausrüstung und einem Fahrer besetzt.

Bücher zum Thema:

SEGmente Band 10

7.90(incl. UST, exkl. Versandkosten) M. Temmler, S. Ludäscher (Hrsg. K. Maurer, Th. Mitschke) 145 978-3-938179-84-0

  • 1. Auflage 2011
  • 84 Seiten
  • 13 Abbildungen und 3 Tabellen
  • Softcover, Klammerheftung

SEGmente Band 6

7.90(incl. UST, exkl. Versandkosten) J. Schreiber (hrsg. von K. Maurer und Th. Mitschke) 138 978-3-938179-90-1

  • 2., überarbeitete Auflage 2011 (1. Auflage unter dem Titel »MANV mit gefährlichen Stoffen und Gütern (GSG)«)
  • 72 Seiten
  • 25 Abbildungen und 3 Tabellen
  • Softcover, Klammerheftung

Kommentare

19.06.2017, 16:08 Uhr von Christian
Braucht man sowas?
19.06.2017, 16:31 Uhr von Markus
.... vielleicht . Aber in Northeim ??????????????
19.06.2017, 16:33 Uhr von chris
wohl eher nicht
schon wieder ein teures Spezialauto mit eckigen Reifen!
20.06.2017, 08:49 Uhr von D
Im Tagesgeschäft wird man es sicher nicht benötigen, in seltenen Fällen kann es aber goldwert sein. Vor nicht allzu langer Zeit wurden vermehrt Ebola Transporte in D getätigt und auch sonst kann es immer mal vorkommen, dass hochinfektiöse Patienten ihren Weg nach D finden. Hier dann entsprechend vorbereitet und ausgestattet zu sein ist ja nicht unbedingt negativ. Selbstverständlich nur in angemessener Anzahl und mit guter Disposition. Wenn wir strikt der Argumentation "braucht man nicht" folgen, weil irgendeine willkürlich gesetzte Schwelle an Einsatzzahlen subjektiv als Annahme genommen wird, dann können wir auch anfangen rigoros bei Fahrzeugen der Dorffeuerwehren, SEG, KatSchutz, THW sowie Spezialeinsatzkräften der FW, Pol etc. zu streichen. Ich würde mal tippen wir könnten locker 20-30% aller Einsatzfahrzeuge in D stilllegen. Wer diese dann in dem seltenen Fall benötigt hätte, hätte dann halt einfach Pech gehabt.
23.06.2017, 16:03 Uhr von Thomas1
Die Idee ist eigentlich ganz gut, aber ich habe mir dieses Inkubator ähnliche Plastikzelt auf der Messe intensiv angesehen, darin wird man nur Patienten befördern können die absolut flach liegen wollen, können oder müssen. Ein Aufrichten des Patienten ist praktisch ausgeschlossen. Ich gehe davon aus dass dieses Fahrzeug nicht einen einzigen Patienten transportieren wird und die JUH den RTW irgendwann zweckentfremden wird, bzw. darf.
26.06.2017, 08:33 Uhr von udo
Was hat der "Katastrophenschutz" mit hochinfektiösen Patienten zu tun? 1 Auto bei einer Epedemie von hochinfektiösen Patienten? Was soll der Quatsch?
26.06.2017, 09:14 Uhr von Harry
Wir hätten in der hintersten Ecke im Fahrzeugkeller noch ein ähnliches Fahrzeug stehen. Der MB 408 Stammt aus den 80er Jahren, gehörte zur damaligen "Pockenstaffel" und hat gerade mal 18.000 Kilometer runter (ein Pockenpatient hat das Fahrzeug nie gesehen, war gelegentlich für die DRK Bereitschaft als Materialtransporter im Einsatz). Ich denke, vielleicht sollten wir die Schüssel wieder hochholen. Neue Reifen, einmal durch die Waschanlage, etwas polieren und der ist wieder wie neu. Gut, weiss jetzt auch nicht ob man noch Bleizusatz für den Tank bekommt :-). Das Material ist vielleicht auch etwas überlagert, aber wenn Bedarf besteht, dann geht so ein Transport auch mit Baumwollmantel, Gummischürze und Formalinvernebler.
Ich denke, der Markt für Spezialfahrzeuge ist immer noch ausbaufähig. Wie wäre es mit einem Spezialrettungswagen für Taucher und Wasserrettung? Bei uns im Hochland haben wir bei Regen gelegentlich pfützen und kleine Bäche, ich denke da braucht es ein solches Fahrzeug.
Oder ein RTW ausschliesslich für Frauen. So ein "Rosamobil" wäre doch sicher was für alle Feministinnen. Schliesslich ist es auch für mich unverständlich, weshalb alle Geschlechter in einer Karre transportiert werden.
Ein Regenbogen RTW für Homosexuelle wäre noch ganz cool (zumindest vom Design her). Vielleicht hat Köln Bedarf? Wie siehts aus Jupp?
Tierambulanzen gibt es ja schon, aber wie wäre es mit ner Kombi für Hundebesitzer "Retter mit Herz für Hund und Herrchen" oder so ähnlich.
Ich denke ein Panzerwagen sollte auch auf jeder Rettungswache stehen, alleine schon wegen der Terrorgefahr.
Vielleicht könnte man bei den Temperaturen auch ein Spezial Kühl-RTW bauen, für alle Verantwortlichen die scheinbar zu heiss haben und an jeder Ecke in Deutschland solche sinnlosen teuren Spezialfahrzeuge stationieren, während die "normalen" Notfallpatienten in den billigsten Plastik-Todesbussen (von Strobel) durch die Gegend geschaukelt werden. Schönen Tag noch.
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