Die Rettungsdienst Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) testet seit heute ein neuartiges Tragensystem. Als erste Rettungsorganisation im deutschsprachigen Raum wird die RKiSH das neuartige elektrisch betriebene Befestigungssystem für Fahrtragen „Power-Load“ unter echten Einsatzbedingungen testen. Mit dem System der amerikanischen Unternehmens Stryker werden sowohl Patienten als auch Rettungsassistenten geschont. Das Ein- und Ausladen erfolgt mit Hilfe einer Hydraulik, so dass die Wirbelsäulen der Bediener entlastet und die Gefahr einer Verletzung verringert wird.
Das System, das auf einem RTW zum Einsatz kommt, wird von den Rettungsdienstmitarbeitern ein Jahr lang getestet und mit einem Fragebogen bewertet. Erst wenn alle Angaben vorliegen, entscheidet die RKiSH, ob die Tragensysteme angeschafft werden. Das Stryker-System ist das zweite seiner Art, das bei dem schleswig-holsteinischen Rettungsdienst erprobt wird. Parallel ist seit einiger Zeit ein Produkt der Firma Kartsana im Einsatz (wir berichteten hier), für das die RKiSH bereits etliche Verbesserungsvorschläge vorgelegt hat.
Ein Video des Stryker-Tragensystems gibt es hier.



Kommentare
Mehrkosten sind sicherlich da. Es entfällt zwar der Tragentisch, aber stattdessen muss ein solches Fahrzeug mit einer qualitativ hochwertigen Luftfederung ausgestattet werden. Die Belastbarkeit ist bei beiden Systemen sehr hoch; Kartsana: 300 kg, Stryker 318 kg. Da wird die zur Verfügung stehende Breite des genormten Tragensystems irgendwann zum Problem, um das Volumen des Patienten aufnehmen zu können.
Eine solche Erprobung im alltäglichen Einsatzdienst hat das Ziel, diese Systeme vor der Beschaffung auf Praxistauglichkeit zu testen. Wenn durch solche Systeme die Rückenerkrankungen gemindert werden könnten, ohne an der medizinischen Versorgungsqualität zu sparen, wäre ja schon einmal viel gewonnen. Auch muss abgewogen werden, ob die Entlastungen durch ein solches Tragensystem, das sicherlich nicht nur Vorteile bietet, ausreichend sind, um die naturgemäßen Nachteile ausgleichen zu können.
Gruß,
Jan der vierte oder fünfte