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Tiroler Rettungssystem

18.01.2012

Foto: ÖRK

Gerüchte über Kostenexplosion

Die Kosten für das neue Tiroler Rettungssystem, das Mitte des vergangenen Jahres in Kraft getreten ist, sind plötzlich in den Mittelpunkt einer heftigen politischen Debatte gerückt. Der Streitpunkt: Statt der kalkulierten 29, 4 Mio. Euro werden offenbar mehr als 35 Millionen benötigt. Wie aus einem Bericht der „Tiroler Tageszeitung“ hervorgeht, erklärte Bürgerforum-Klubchef Bernhard Ernst, dass das Bundesland Tirol bislang einen Sonderzuschuss von drei Mio. Euro habe gewähren müssen und im März noch einmal 1,5 Mio. Euro überweisen werde, damit der Rettungsdienst über die Runden komme.

Gesundheits-LR Bernhard Tilg (VP) verweist hingegen auf eine Umstellung der Zahlungen. ÖRK-Geschäftsführer und Aufsichtsrat in der Rettungsdienst-Gesellschaft, Thomas Wegmayr, verweist hingegen auf den Investitionsbedarf auf Grund der Umstellung. Im März/April liege die Schlussrechnung vor, da werde man sehen, wie viel die Umstellung gekostet hat. Für Wegmayr gibt es darüber hinaus Mehrkosten, die nicht nur durch Einsparungen und Optimierungen abgedeckt werden könnten: „Wir erbringen zweifellos Mehrleistungen. Mit dem Land wurde vereinbart, dass diese abgegolten werden.“ (POG)

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Kommentare

18.01.2012, 12:08 Uhr von Günter
Auch 35 Mio. Euro werden sicherlich nicht reichen. Der Preis von 29,4 Mio. Euro wurde nur angeboten, damit das ÖRK den Zuschlg bekommt und andere Anbieter nicht zum Zuge kommen.
18.01.2012, 12:59 Uhr von Sepp
Ja so ist es nun mal, wenn unbedingt das Rote Kreuz den Rettungsdienst durchführen will/muss/soll/ – als Ortskundiger in Tirol habe ich damals mit spitzem Stift ca. 36-37 Millionen kalkuliert; wenn man einen vernünftigen RD in Tirol will, müßte man so um die 45 Millionen in die Hand nehmen.
Ist nur schade, dass bei der Ausschreibung keiner der unterlegenen Firmen die Ausschreibung angefochten hat, dann hätte sich Tirol einiges an Ärger erspart.
Auch in Tirol sollte man einen Schlußstrich ziehen und neu anfangen.
18.01.2012, 22:54 Uhr von Jan
Warum gibt es eigentlich noch keine kommunale Alpenrettung?

Machen wir doch mal Aufbau Süd ...
19.01.2012, 10:54 Uhr von doggi
Ach, Jan ... Seufz, das war doch klar. :-)
19.01.2012, 15:20 Uhr von Sepp
@Jan, Tirol ist nicht Norddeutschland
Wenn du dich auskennen würdest, wüsstest du, dass die Tiroler Gemeinden schon seit Jahren mit dem Rettungseuro überfordert sind. Ausserdem sind die meisten Kommunen am Rand der Pleite und wie soll da eine Kommunalrettung bezahlt werden. Informiere Dich zuerst, bevor du einen überflüssigen Kommentar abgibst.
19.01.2012, 17:57 Uhr von Thomas
@Sepp: Das Gleiche gilt dann auch für Dich: Erst informieren, dann posten. Als HA im Rettungsdienst Tirol kann ich Dir guten Gewissens Uwissenheit bescheinigen. Das Rote Kreuz ist in der Rettungsdienst-GmbH zwar das agierende Schwergewicht, aber ist eben nicht alleine dort vertreten.

Zu Deiner Aufklärung: Die besagte GmbH besteht aus dem ÖRK, JUH, Malteser, ASBÖ und dem ÖRD. Gerade im Bereich des KTP musste das ÖRK zunehmend massivere Verluste an Transporten besonders zugunsten das ASBÖ hinnehmen. Weiterhin haben diverse Aktionen wie z.B. die Angelegenheit NEF Wörgl dem ÖRK Kufstein große Probleme beschert.
Aufgrund dieser Tatsachen und um sich gegen ausländische Bewerber besser positionieren zu können, hat man sich gemeinsam entschlossen, in einer Bietergemeinschaft aufzutreten. Und auch wenn Du es nicht wahrhaben willst: Die Zusammenarbeit funktioniert seit (oder trotz?) des Zusammenschlusses nicht schlechter, im Gegenteil, denn jede beteiligte Organisation bewahrt sich ihre Individualität.

Und der Rettungs-Euro ist so, wie Du ihn zu kennen vorgibst, auch schon längst überholt ...
20.01.2012, 01:13 Uhr von Jan
Moin,
Sepp, versuch doch endlich mal mit Argumenten zu überzeugen.
20.01.2012, 12:35 Uhr von Flaxx
@Thomas
Sepp hat Recht.
Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren im Rettungsdienst Bayern direkt (ca. 5km) an der Grenze zu Österreich und habe die Auschreibung in Tirol mit großem Interesse verfolgt. Seit Neugründung der Rettung Tirol hört man im Kollegenkreis immer wieder mal nen süffisanten Kommentar zur "Freizeitrettung" jenseits der Grenze.

Das ÖRK war und ist treibende Kraft in Tirol. Die Bietergemeinschaft (nun Rettung Tirol) war für die "kleinen" Organisationen neben dem Roten Kreuz letztendlich die einzige Möglichkeit, ihr kleines Stück vom Kuchen zu behalten. Nur der ASBÖ hatte sich bereits vor Bildung der Bietergemeinschaft im harten Kampf gegen das ÖRK im KTP etabliert.

Bestbieter waren anfangs "völlig überraschend" und sehr deutlich Falck und MKT Bayern. Dann hat das Land Tirol – salopp gesagt – einfach so lange mit der Bietergemeinschaft nachverhandelt, bis diese am günstigsten/billigsten war.

In diesem Zusammenhang bitte ich auch um Beachtung solcher Fakten der neuen Rettung Tirol:
Mitarbeiter: 4.000
davon hauptamtlich: 500
davon ehrenamtlich: 3.500 (!)

Die "qualifizierte Ausbildung" im RD Österreich hieß und heißt übrigens Notfallsanitäter und ist vergleichbar mit der deutschen Schulung zum Rettungssanitäter mit zusätzlichen Notkompetenzen. Auch gibt es einen österreichischen Rettungssanitäter, der noch am ehesten mit nem Rettungsdiensthelfer vergleichbar ist. Für Tiroler RTW sind nur diese "Rettungssanitäter" gefordert ...

Mein Fazit für Tirol: Jedes (Bundes-) Land bekommt den Rettungsdienst, den es verdient ... ;-)

Quellen (stöbert einfach mal ein bisschen; hier jeden Link zu posten, wäre zu aufwändig):

www.ani.or.at (Presse)
www.tirol.com
www.google.de ;-)
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