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50 Jahre Notarztdienst in Mainz

26.11.2014, 09:01 Uhr

Foto: H. Scholl

Feierstunde für rettungsdienstliche Innovationen

Am Montag wurde im Rahmen einer Feierstunde in der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz auf 50 Jahre Notarztdienst in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt zurückgeblickt. Ein ebenso stolzes wie auch ereignisreiches Jubiläum konnte damit gefeiert und damit auf ein halbes Jahrhundert Notfallmedizin in der Gutenbergstadt zurückgeblickt werden.

Nach langen und intensiven Vorbereitungen konnte im Dezember 1964 auf Initiative und unter Leitung von Prof. Dr. Rudolf Frey (1917-1981) am damaligen Institut für Anästhesiologie der Universitätsklinik Mainz der erste Notarztwagen in Betrieb genommen werden. Der weitsichtige Notfallmediziner und Visionär Prof. Dr. Frey legte von Beginn an einen besonderen Fokus auf die interdisziplinäre Ausrichtung der Notfallmedizin und auf die Erprobung von Medizintechnik in der Präklinik. Mit der Indienststellung des ersten Mainzer NAW fiel der Startschuss zu einer rasanten Entwicklung der Notfallrettung weit über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus. Im Jahre 1968 folgte ein großangelegter sechswöchiger Pionierversuch in der Luftrettung mit einem gecharterten Hubschrauber des Typs Alouette III in Mainz, dem sich eine Vielzahl von notfall- und katastrophenmedizinischen Symposien und Kongresse anschloss. Darüber hinaus wurde die Notfallmedizin in Mainz in den folgenden Jahrzehnten immer weiter professionalisiert und an die Notwendigkeiten angepasst. So stiegen die Einsatzzahlen in den Jahren so erheblich an, dass 1992 ein Notarzteinsatzfahrzeug zusätzlich zum NAW, aus dem im August 2007 ein NEF wurde, eingesetzt werden musste. Ein Quantensprung in der modernen Notfallmedizin ist mit der Stationierung des Rettungs- und Intensivtransporthubschraubers „Christoph 77“ am 1. Juli 1997 an der Mainzer Universitätsmedizin erfolgt.

Heute verfügt die Universitätsmedizin Mainz über zwei NEF, einen RTH/ITH, einen Intensivtransportwagen im 24-Stunden-Dienst, ein innerklinisches Notfallteam und eine Leitende Notarztgruppe (LNA) sowie über ein notfallmedizinisches Simulatorzentrum, die von der Klinik für Anästhesiologie besetzt werden. Im Jahre 2006 erfolgte die Ernennung der Klinik für Anästhesiologie zu einem von fünf notfallmedizinischen Zentren in Rheinland-Pfalz. Darüber hinaus hat die Mainzer Universitätsmedizin im Jahre 2012 einen Forschungsauftrag des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erhalten, bei dem das Medikamentenmanagement der Medizinischen Task Force (MTF) im Rahmen von Simulationen erforscht wird. Im vergangenen Jahr folgte die bislang landesweit einmalige Auszeichnung der Klinik als „Kompetenzzentrum für medizinischen Bevölkerung“ durch das Land Rheinland-Pfalz.

RETTUNGSDIENST wird in einer der kommenden Ausgaben ausführlich für das Mainzer Jubiläum berichten. (Scholl)

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