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Autoinjektor gibt bei Anwendung kein Epinephrin ab

10.12.2019, 09:50 Uhr

Foto: Bausch & Lomb

Rote-Hand-Brief mit neuer Handlungsanweisung


Einige Emerade®-Fertigpens (Epinephrin) konnten bei der Anwendung von Patienten nicht aktiviert und somit kein Epinephrin (Adrenalin) abgegeben werden. Das geht aus dem Rote-Hand-Brief vom gestrigen Montag hervor. Das Risiko für diesen Aktivierungsfehler ist erhöht, wenn die Fertigpens hohen Temperaturen ausgesetzt waren. Emerade®-Fertigpens dürfen deshalb nicht bei Temperaturen über 25 °C gelagert werden. Fertigpens, die bei zu hoher Temperatur gelagert wurden, müssen ausgetauscht werden. Patienten sollten darüber informiert und eine Neuverordnung vorgenommen werden. Auch bei ordnungsgemäßer Lagerung sollten Patienten weiterhin jederzeit zwei Emerade®-Fertigpens bei sich tragen. Wenn ein Fertigpen nicht sofort aktiviert werden kann, sollte ein zusätzlicher Versuch mit erhöhter Kraft unternommen werden. Wenn auch dieser Versuch fehlschlägt, sollte der Patient umgehend seinen zweiten Pen verwenden.

Emerade®-Fertigpens sind zur Notfallbehandlung von schweren akuten allergischen Reaktionen (Anaphylaxie) zugelassen. Der Aktivierungsfehler ist nicht spezifisch für eine bestimmte Charge des Produkts. Bis zur Lösung des Problems werden keine weiteren Lieferungen von Emerade® verfügbar sein. Ärzte sollten daher Adrenalin-Autoinjektoren eines anderen Herstellers verschreiben. Im Rote-Hand-Brief werden auch Informationen für Patienten und Pflegepersonal hinsichtlich des Aktivierungsfehlers gegeben, die an die Patienten weitergegeben werden sollten. Der aktuelle Rote-Hand-Brief ersetzt den Rote-Hand-Brief vom 2. Oktober 2019.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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