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„Blackbox“ Rega?

07.08.2013, 16:08 Uhr

Rega Mediendienst

Gemeinnützigkeit zunehmend infrage gestellt

„Werden Sie Gönner der Rega: Die Rega hilft Menschen in Not in der Schweiz und im Ausland. Als gemeinnützige Stiftung ist sie voll und ganz auf ihre Gönnerinnen und Gönner angewiesen.“ Die Schweizerische Rettungsflugwacht scheint ihrer Eigendarstellung als rein gemeinnützige Einrichtung immer weniger gerecht zu werden, immer wieder war von überzogenen Gehältern die Rede. Nun soll sie nach jüngsten Medienberichten zukünftig auf die Zertifizierung als gemeinnützige Organisation verzichten. Es wird gemutmaßt, die Rega wolle damit einer „Aberkennung“ zuvorkommen und möglichen Forderungen nach mehr Transparenz aus dem Wege gehen.

Die Schweizer Hilfswerke-Zertifizierungsstelle „Zewo“, die vergleichbar ist mit dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), vergibt Gütesiegel an „vertrauenswürdige“ gemeinnützige Organisationen. Die Zertifizierungsstelle kontrolliert zu diesem Zweck „regelmäßig den gewissenhaften Umgang“ der Organisationen mit den ihnen anvertrauten Geldern. Die Rega trägt seit 1968 das Gütesiegel – doch nicht mehr lange, wie die „Weltwoche“ in ihrer morgen erscheinenden Ausgabe berichtet. Die „Zewo“ habe bestätigt, dass die Rega „auf eine Erneuerung des Gütesiegels per 1. Januar 2014“ verzichte.

Vermutlich hätte die Rega ohnehin auf das Gütesiegel verzichten müssen: wegen der hohen Bezahlungen ihrer Chefs. Laut „Weltwoche“ erhält Stiftungsratspräsident Ulrich Graf bei einem Arbeitsaufwand, den sein Vorgänger mit 20 Prozent angibt, pro Jahr 90.000 Schweizer Franken (etwa 73.000 Euro). Dies bezeichnet Zewo-Chefin Ziegerer als „unüblich hoch für ein Hilfswerk“. Zu den Gehältern der Geschäftsleitung rund um CEO Ernst Kohler gibt es keine Informationen. Die Rega werde dadurch „vollends zur Blackbox“, wie die Weltwoche etwas spöttisch formuliert. Tatsächlich wissen die Spender weiterhin nicht, wie viel die Rega-Chefs eigentlich verdienen. In der Boulevardpresse ist die Rede von 600.000 Schweizer Franken pro Jahr (etwa 488.000 Euro) – allein für den CEO der Rega.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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