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Blitzlichtgewitter in der RTH-Kabine

11.08.2010, 13:30 Uhr

Foto: LAR

LAR-Maschine mit Laserpointer angestrahlt

In der Nacht von Samstag auf Sonntag führte die Luxembourg Air Rescue einen Verlegungsflug eines schwer Verletzten von Luxemburg nach Aachen durch. Als sich das Team auf dem Rückflug gegen 22 Uhr über der luxemburgischen Ortschaft Haller befand, wurde der Hubschrauber plötzlich von einem Laserpointer angestrahlt. Es blitzte zunächst nur einmal in der Kabine, kurz darauf erlebte die Besatzung ein regelrechtes Blitzlichtgewitter. Der Hubschrauber wurde vom Laserpointer verfolgt. Das hierdurch ausgelöste Blitzlichtgewitter gefährdete nicht nur die Flugsicherheit, sondern auch die Gesundheit der Besatzung.

Laserpointer können eine starke Schädigung der Augen herbeiführen, besonders bei Einsatz eines Nachtsichtsgerätes, welches das Licht um ein Vielfaches verstärkt. „Glücklicherweise befand sich der Rettungshubschrauber in einer relativ hohen Flughöhe aus diesem Grund kam es zu keiner direkten Gefährdung. Hätte man den Hubschrauberpiloten allerdings während eines Landeanfluges geblendet, dann hätte dieses Blitzlichtgewitter durchaus zu einem schweren Unglück führen können“, so der Accountable Manager der LAR, René Closter, über den Zwischenfall. Die Gefahr durch Laserpointer für Flugzeuge und Hubschrauber ist inzwischen weltweit bekannt. In Münster wurde im Juni dieses Jahres der Pilot eines Rettungshubschraubers so stark geblendet, dass der zufällig an Bord befindliche Co-Pilot den Flug fortsetzen musste. Dem Pilot geht es nach einer augenärztlichen Behandlung heute wieder gut.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Auch der Zwischenfall in Haller wurde den luxemburgischen Behörden gemeldet. Durch die heutigen modernen Navigationsmittel an Bord der Air Rescue Hubschrauber ist eine genaue Standortermittlung der Täter möglich.

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