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Bluttest am Mobiltelefon

03.06.2005, 09:34 Uhr

Portables Labor soll Kosten einsparen

Wissenschaftler der schwedischen Universität von Uppsala haben ein neuartiges portables Bluttestgerät entwickelt, das mit einem Mobiltelefon Daten überträgt. Damit sollen in Zukunft Kosten gespart werden und rasch Entzündungen im Körper entdeckt werden, wie „Cellular-News“ berichtet.

Das System ist mit dem Mobiltelefon verbunden, ein Chip misst spezielle Biomarker wie CRP, Troponin I und T sowie BNP. Eine Mikropumpe, die durch den Telefon-Akku mit Energie versorgt wird, zieht die Blutprobe durch die einzelnen Kanäle und Filter und leitet sie in die Auswertungskammer weiter. Eine Kamera liest die Testresultate als Lichtsignale des Chips. Dieser Prozess basiert auf dem Prinzip der Bioluminszenz, die z.B. Glühwürmchen leuchten lässt. Nach wenigen Minuten können die fertigen Testergebnisse an den Mediziner geschickt werden - entweder über ein Mobilfunk-Netzwerk oder über das Internet. Das einzige zusätzliche Ausrüstungsstück, das das Labor braucht, ist ein Mobiltelefon mit einer digitalen Kamera.

Allein in Schweden mit knapp neun Mio. Einwohnern werden jährlich zwischen fünf und zehn Mio. CRP-Tests durchgeführt, die rund 27 Mio. Dollar jährlich kosten. Im Vergleich zu herkömmlichen Bluttests soll dieses System wesentlich schneller und daher kostengünstiger sein. Die Wissenschaftler wollen sogar die Chips soweit entwickeln, dass mehrere Bluttests zugleich ausgeführt werden können. Dann sollen sogar die passenden Antikörper gefunden werden. Das interdisziplinäre Projekt wird vom Chemiker Lars Baltzer geleitet.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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