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Die Traumata der Retter

02.08.2011, 09:37 Uhr

Foto: P. Sørensen

Norwegens Helfer „nicht vergessen“

Das Massaker auf der norwegischen Insel Utøya begann um 17.09 Uhr. Die ersten Helfer, die am 22. Juli 2011 nach dem Blutbad des mutmaßlichen Attentäters Anders Behring Breivik dort eintrafen, werden ihren Einsatz wohl nicht mehr vergessen können: Traumatisierte Jugendliche, die von der Insel fliehen wollten, unzählige Verletzte und Tote. Die Bevölkerung in Norwegen feiert die Einsatzkräfte als „ihre Helden“ und diese Anerkennung, so einer der ersten Sanitäter vor Ort, helfe ein wenig, das Erlebte zu verarbeiten, aber das Gesehene vergessen machen, das sei unmöglich.

Während in den Tagen direkt nach den Anschlägen primär der Opfer gedacht wurde, richtet sich die öffentliche Aufmerksamkeit nun auch auf die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen. An einer Gedenkfeier im Osloer Dom nahmen sie ebenso teil wie auch Angehörige und Überlebende der Attentate. Vor der Kirche versammelten sich hunderte Menschen, um die Retter, die meisten davon in Uniform, zu begrüßen und ihnen Respekt zu zollen.

In den Medien warnen Traumaexperten indes, die Retter nicht zu vergessen. Denn die kritische Zeit beginne erst, wenn die mediale Aufmerksamkeit vorüber sei und die betroffenen Helfer mit ihren wiederkehrenden Erinnerungen zu kämpfen hätten. Dabei dürfe man sie aber nicht allein lassen und so forderten manche Experten bereits ein nationales Betreuungsprogramm für die engagierten Helfer. (Quelle: Sueddeutsche.de)

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