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DLRG: Kühler Sommer 2004 lässt Ertrinkungszahlen sinken

03.03.2005, 14:17 Uhr

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 470 Menschen ertrunken. Gegenüber dem Jahr 2003 mit einem Jahrhundertsommer sank die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken absolut um 174. Diese Zahlen gab der Präsident der DLRG, Dr. Klaus Wilkens, in Hannover bekannt. Als Ursache für den Rückgang nannte der DLRG-Präsident den kühlen verregneten Sommer. In den Monaten Juni bis August 2004 ertranken 125 Menschen weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Binnengewässer waren auch im vergangen Jahr wieder Unfallschwerpunkt Nummer eins. In Flüssen ertranken 193 und in Seen 147 Personen. 72% aller tödlichen Unfälle ereigneten sich an den zumeist unbewachten Gewässern. Allein im Rhein verloren 39, im Main 14 Menschen ihr Leben. Die Donau mit neun, die Weser mit acht und die Elbe mit sieben Opfern folgen auf den nächsten Plätzen. Unter den Seen rangiert der Bodensee mit sieben Todesfällen an erster Stelle.

An Deutschlands Küsten ertranken hingegen nur 26 Badegäste und Wassersportler, 19 in der Ostsee und sieben in der Nordsee, und zwar außerhalb der bewachten Gebiete bzw. zu Zeiten, in denen die Rettungswachen nicht besetzt sind. Dieses Ergebnis bewegt sich exakt auf dem Niveau des Jahres 2003. In Kanälen und Hafenbecken ertranken 30 und in Schwimmbädern 17 Menschen.

Die Ertrinkungsfälle bei den Kindern bis fünf Jahren gehen erfreulicherweise weiter zurück. 2004 starben 25 Mädchen und Jungen im Vorschulalter, neun weniger als im Jahr zuvor. Aber immer mehr ältere Menschen ertrinken: 46% der Opfer sind älter als 50 Jahre. 2003 lag der Anteil noch bei 41%. 113 Männer und Frauen waren zwischen 61 und 75 Jahre alt als sie ertranken, und selbst bei den 81 bis 85-Jährigen verzeichnete die DLRG 18 Todesfälle. Als eine Ursache nennt die Organisation die geringe Schwimmfähigkeit der älteren Menschen. Lediglich 44% der über 60-Jährigen können laut einer repräsentativen Umfrage schwimmen.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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