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DRK-Kreisverbände können Notfallsanitäter-Ausbildung nicht finanzieren

21.05.2014, 11:49 Uhr

Foto: U. Atzbach

Landesverband Thüringen drängt auf finanzielle Regelung

Nachdem Ende der vergangenen Woche der Thüringer Feuerwehr-Verband vor Engpässen bei der Einführung der Notfallsanitäter gewarnt hat, beklagt jetzt der DRK-Landesverband des Freistaats die unklare finanzielle Regelung der Berufsausbildung. Die Regierungskoalition lege in dieser Woche dem Thüringer Landtag ein geändertes Rettungsdienstgesetz zur Beschlussfassung vor, in dem die Finanzierung der Berufsausbildung von Notfallsanitätern offen gelassen werde. Lediglich die Finanzierung der Anpassungsfortbildung der jetzigen Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern werde geregelt. Damit würde sich der Beginn der beruflichen Erstausbildung von Notfallsanitätern in Thüringen auf unbestimmte Zeit verschieben, so der Landesverband.

Gerhard Günther, Präsident des DRK-Landesverbandes, dazu: „Ich bin betroffen, dass ein Fachkräftemangel im Rettungsdienst und die Abwanderung des Nachwuchses für diesen Beruf in andere Bundesländer nicht nur in Kauf genommen, sondern sogar gefördert wird.“ Bis 2018 würden allein in den DRK-Rettungsdiensten im Freistaat 140 Rettungsassistenten aus Altersgründen ausscheiden. Sie könnten nicht ersetzt werden, wenn die Berufsausbildung von Notfallsanitätern nicht schon 2014 beginnt.

Die Kosten der dreijährigen Ausbildung belaufen sich einschließlich Ausbildungsvergütung nach Schätzungen des DRK-Landesverbandes auf etwa 76.000 Euro. Kein DRK-Kreisverband könne diese Summe aus Eigenmitteln aufbringen. Dies werde dazu führen, dass das DRK in Thüringen keine Notfallsanitäter ausbilden wird, solange die Finanzierung nicht geklärt ist.

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