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„Dumping“ im sächsischen Rettungsdienst?

30.12.2011, 09:27 Uhr

Foto: R. Schnelle

Verantwortliche wollen nur Personalkosten ausschreiben

Nach Angaben der „Freien Presse“ (Chemnitz) wollen Teile der Regierungskoalition in Sachsen versuchen, Kosten für Personal einzusparen, indem nur die Personalkosten öffentlich ausgeschrieben werden sollen. Der vorliegende Regelungsentwurf, der seit Monaten heiß diskutiert wird, sehe vor, die vorteilhafte materielle Seite wie Fahrzeuge, Medikamente und Rettungswachen zu „verstaatlichen“, die Personalkosten jedoch „dem Markt“ und damit anderen Anbietern zu überlassen.

Dieses Vorhaben trifft nicht zuletzt bei den Krankenkassen auf heftigen Widerstand. Auch sie gehen davon aus, dass dies eine Spirale des Lohndumpings in Gang setzte, die der Qualität des Rettungsdienstes erheblich schaden würde. Auch der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Notärzte, Michael Burgkhardt, lehnt die Pläne durchweg ab. Er sieht die Gefahr eines Billiglohnsektors, in dem die Ausbildungsqualität dann nicht mehr gewährleistet werden könne. Selbst private Anbieter springen Burgkhardt zur Seite. Die „Freie Presse“ zitiert in diesem Zusammenhang Frieder Neidel, Geschäftsführer der Ambulanzdienste Neidel GmbH, aus Werdau. Dieser kommentierte das Vorhaben mit den Worten: „Wirtschaftlich ist ein Rettungsdienst nur zu machen, wenn alle Leistungen zusammen ausgeschrieben werden.“ Wettbewerb könne nicht auf Kosten des Personals ausgetragen werden. (Quelle: Freie Presse)

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