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Europäische Katastrophenschutzübung „Euratech“ in vollem Gang

12.04.2005, 14:30 Uhr

Ziel ist die Anwendung des Solidaritätsprinzips gegenüber einem Land der EU

Zurzeit findet in südfranzösischen Valence (Département Drôme) die EU-Katastrophenschutzübung „Euratech“ statt, bei der sich Bundesinnenminister Schily in Begleitung der Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Unger, und der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), Georg Thiel, von der Leistungsfähigkeit deutscher Katastrophenschutzkräfte im europäischen Einsatz überzeugte. Die EU-Übung steht unter der Federführung des französischen Innenministeriums. Beteiligt war neben Frankreich, Belgien, Italien und Tschechien auch Deutschland mit einer gemischten Einheit aus Spezialkräften der Feuerwehren und Helfern des THW. Federführend auf deutscher Seite war das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit dem Gemeinsamen Lagezentrum von Bund und Ländern. An der Übung ist zum ersten Mal auch die Bundeswehr mit einem MedEvac-Airbus zur logistischen Unterstützung und zum Transport von Verletzten beteiligt. Mit dieser Übung werden vor allem die Kommando- und Koordinationsstrukturen der Katastrophenschutz-Behörden der beteiligten Mitgliedstaaten erprobt. Die über Brüssel koordinierten Hilfsmöglichkeiten werden in Echtzeit umgesetzt.

Es handelt sich um eine Gemeinschaftsübung in lebensechtem Maßstab, wobei in Valence auf einem Rangierbahnhof ein Güterzug aus Kesselwagen mit giftigem und explosivem Inhalt entgleist und gefährliche Chemikalien in Brand geraten sind. Der schwere technologiebedingte Unfall hat neben dem Brand auch eine chemische Komponente und es entsteht eine Giftgaswolke, die bekämpft werden muss. Das Ziel ist die Anwendung des Solidaritätsprinzips gegenüber einem Land der EU, das Opfer eines solchen Unfalls wird, um die Organisations- und Befehlsstrukturen des betroffenen Landes sowie die Umsetzung des Gemeinschaftsverfahrens für Katastrophenschutz zu testen.

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