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Fachtagung „Sicherheit von Veranstaltungen“

02.12.2010, 10:05 Uhr

Foto: T. Trütgen

Sicherheitskonzepte, Notfallvorsorge, Evakuierung und Räumung

Am 30. November 2010 veranstaltete der VDS (Vertrauen durch Sicherheit, früher Verband der Sachversicherer e.V., heute eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, kurz GDV) eine Fachtagung zum Thema „Sicherheit von Veranstaltungen“. Über hundert Gäste, überwiegend bundesweite Vertreter von Behörden der Landkreise und der Städte, waren der Einladung des VDS zu dieser Fachtagung gefolgt. Die Qualität der Vorträge enttäuschte die Teilnehmer sicherlich nicht.

Fachlich qualifizierte Dozenten standen auf dem Programm. Themenschwerpunkt am Vormittag bildete das seit der „Loveparade“ in Duisburg immer wieder ins Gespräch gebrachte „Sicherheitskonzept“. Joachim Schäfer von der Berufsfeuerwehr Aachen und Georg Spangardt von der Berufsfeuerwehr Köln stellten in ihren Vorträgen anhand ihrer beruflichen Erfahrungen die von ihnen gewünschten Mindeststandards an Sicherheitskonzepte vor und stellten aus ihrer täglichen Arbeit auch die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten dar. Dr. Dirk Oberhagemann von der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (VFDB e.V.) präsentierte seine wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Bewegung und zum Strömungsverhalten großer Menschenmengen. Thomas Herbert, Rechtsanwalt aus Köln, erläuterte rechtliche Aspekte zum Thema „Sicherheitskonzept“. Für Laien verständlich stellte er auch Verantwortlichkeiten dar und gab kurze Einblicke in das Haftungsrecht. Seine Erfahrungen aus der gerichtlichen Praxis rundeten den Vortrag ab. Den Themen folgte eine Podiumsdiskussion, die von den Anwesenden intensiv genutzt wurde.

Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen der praktischen Umsetzungsmöglichkeiten. Rainer Ehrhardt von der Firma Gegenbauer Sicherheitsdienste GmbH in Berlin lieferte Praxisberichte aus Sicht des Ordner- und Sicherheitsdienstes. Mit Beispielen aus jahrelanger Erfahrung bei der ordnungsdienstlichen Betreuung von Fußballspielen, Popkonzerten und andere Events in einem Großstadion untermauerte er seine Ausführungen. Jürgen Draser aus Weiterstadt widmete sich aus Sicht eines „externen Sachkundigen“ eher den kleineren Veranstaltungen Draser befasste sich mit den allerorts üblichen Stadtfesten und Gewerbeschauen im öffentlichen Bereich und hob hervor, dass auch kleinere Veranstaltungen nicht weniger nachlässig geplant und durchgeführt werden dürfen. Jochen Stein von der Berufsfeuerwehr Bonn erklärte am Beispiel der Bonner Großkirmes „Pützchens Markt“ die Planungen aus feuerwehrtechnischer Sicht zur Durchführung großer Volksfeste. Sabine Funk vom Bonner „wissenswerk“ stellte in ihrem Vortrag die Notwendigkeit plausibler Sicherheitskonzepte zwar nicht infrage, zeigte allerdings anhand ihrer jahrzehntelangen Erfahrung bei der Durchführung der Bonner „RhEINKULTUR“, dass es manchmal im Sinne der Zuschauer und Besucher doch notwendig sein kann, von den bisher dargestellten Forderungen abzuweichen und es doch noch möglich ist, eine sichere Veranstaltung durchführen zu können.

Aufgrund der großen Nachfrage zu dieser Veranstaltung wurde bereits für den 1. März 2011, ebenfalls in Köln, eine Wiederholung terminiert. Hier sind noch einige Karten verfügbar. IM EINSATZ war bei der jetzigen Veranstaltung anwesend und hat alle Vorträge verfolgt. In der ersten Ausgabe 2011 werden wir ausführlich über die Inhalte der VDS-Fachtagung berichten.

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