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Falck verliert Rettungsdienst in Süddänemark

27.08.2014, 15:43 Uhr

Der in Niebüll stationierte RTH ist von den Änderungen nicht betroffen (Foto: DRF Luftrettung)

Bios und Responce übernehmen am 1. September 2015

Ab dem 1. September 2015 wird Falck nicht mehr für den Rettungsdienst in der Region Süddänemark verantwortlich sein, sondern der neue dänische Ableger des niederländischen Konzerns Bios Ambulance Service. In der Dreiecksregion um die dänische Hafenstadt Kolding wird hingegen das Unternehmen Responce (das u.a. von G.A.R.D. und Promedica gegründet, inzwischen aber verkauft wurde) diese Aufgabe wahrnehmen. Beide Firmen hatten die europaweite Ausschreibung gewonnen, an der sich auch Falck beteiligte. Falck hat den Rettungsdienst in dieser Region seit fast 100 Jahren betrieben.

Nach Angaben vom „Nordfriesland Tageblatt“ ergeben sich „für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr aus Flensburg, die Rettungseinsätze in der Kommune Bov fährt, für den Notarztwagen oder den Rettungshubschrauber aus Niebüll“ keine Veränderungen. Das Blatt zitiert Louis Illum Honoré, Kommunikationschef bei Falck, der davon ausgeht, dass „rund 700 Mitarbeiter in der Region Süddänemark“ ihren Job verlieren werden. „Ich hoffe, dass die meisten von ihnen eine Anstellung bei dem neuen Anbieter finden“, so der Kommunikationsdirektor.

Viele der Rettungswachen, die Falck derzeit betreibt, würden „aller Wahrscheinlichkeit nach geschlossen oder zum Verkauf angeboten“, erläuterte Honoré. Bios Ambulance Services, das die Regionen Nordschleswig, Südwestjütland und auf Fünen abdecken soll, hatte selbst angekündigt, „hochqualifizierte Mitarbeiter“ einstellen zu wollen. Das Tageblatt zitiert Stef Hesselink, geschäftsführender Direktor und Miteigentümer von Bios: „Es ist uns wichtig, tüchtige und erfahrene Mitarbeiter in der Region Süddänemark anzustellen; das gilt für die Führungsebene wie für die Sanitäter samt Praktikanten.“ Der Auftrag soll laut „nordschleswiger.dk“ ein Volumen von „knapp einer halben Milliarde Kronen pro Jahr“ (etwa 67 Mio. Euro) haben (dies entspricht etwa 4 Prozent des gesamten Umsatzes von Falck) und über einen Zeitraum von 10 Jahren laufen. Die Region erhofft sich Einsparungen in Höhe von etwa 50 Mio. Kronen jährlich (etwa 6,7 Mio. Euro) in den ersten und knapp 80 Mio. Kronen (ca. 10,7 Mio. Euro) in den weiteren 5 Jahren. Kritiker befürchten, die Einsparungen könnten zulasten der Patienten und Mitarbeiter gehen.

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