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Falsche Rettungseinsätze in Moskau

08.11.2013, 11:11 Uhr

Foto: M. Ufer

Proteste gegen „Notarzt-Taxen“

In Russlands Hauptstadt Moskau scheint auch auf den Straßen das Recht der Stärkeren zu gelten. Immer wieder sieht man TV-Bilder von weiträumig abgesperrten Straßenzügen, die nur von schweren und gepanzerten Limousinen unter Polizeischutz befahren werden. Einerseits. Andererseits erstickt die Metropole im Berufsverkehr in schier unendlichen Staus. An denen kommen neben den Staatskarossen nur Polizeifahrzeuge und RTW vorbei. Manche, die über genügend „Vitamin B“ und das nötige Kleingeld verfügen, greifen zu fragwürdigen – und illegalen – Methoden: Sie bezahlen falsche Rettungsdienste, um schnell an ihr Ziel zu kommen. Ein nettes Sümmchen für die „Retter“ im getarnten Taxi, und die Blechlawine ist nur noch im Rückspiegel zu sehen. Umgerechnet 150 Euro (6.000 Rubel) soll der „Rettungseinsatz“ kosten.

Doch für die echten Rettungsdienste und für reale Notfalleinsätze hat das schlimme Folgen. Viele Autofahrer nehmen die RTW wegen der vielen „Fakes“ nicht mehr ernst und weigern sich, ihnen Platz zu machen. Doch mittlerweile formiert sich Protest. Die Gruppe „Schweinchen dagegen“ hat kürzlich eine falsche Ambulanz blockiert und die Windschutzscheibe mit Zetteln zugeklebt, auf denen „Notarzt-Taxi“ stand. Die als rosa Schweinchen verkleideten Protestler haben den Taxi-Notärzten den Kampf angesagt. Nicht nur für sie ist das Geschäft mit den falschen RTW-Fahrten eine echte „Sauerei“.

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