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Feuerwehrleute fühlen sich am Arbeitsplatz „gemobbt“

21.02.2011, 10:49 Uhr

Foto: Archiv

Ehrenamt stößt bei Unternehmen auf Skepsis

Der Thüringer Feuerwehr-Verband e.V. sieht den Brand- und Katastrophenschutz im Freistaat gefährdet. Grund dafür sei die fehlende Unterstützung aus der Wirtschaft. Verbandschef Lars Oschmann sagte, dass viele Chefs kein Verständnis für das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter hätten und es den Helfern „ankreiden“ würden, wenn diese den Arbeitsplatz verließen und zum Einsatz eilten. Deshalb fühlten sich viele Feuerwehrleute am Arbeitsplatz „gemobbt“ und hätten Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Wie Oschmann ausführte sei bei allem Gewinnstreben der Faktor Sicherheit nicht zu vernachlässigen. Den Unternehmern müsse klar sein, dass auch ihre Firmen vom Brandfall betroffen sein können und auch hier nicht gelöscht werden könne, wenn nicht genügend Feuerwehrleute freigestellt würden. Feuerwehrleute zu beschäftigen, bedeute eben nicht nur, dass Arbeitskräfte im Einsatzfall fehlten, sondern dass im Ernstfall auch helfende Hände für das Unternehmen zur Verfügung stünden.

Der Vorsitzende des Thüringer Feuerwehr-Verbandes appellierte an die Menschen im Freistaat, sich trotz aller Probleme stärker in den Feuerwehren zu engagieren, um das „gegenwärtige System“ zu erhalten. Die Feuerwehren seien im 19. Jahrhundert aus einer Bürgerbewegung heraus entstanden. Im Notfall habe man sich gegenseitig geholfen. Inzwischen habe die Gesellschaft jedoch verlernt, sich zu helfen. Die engagierten Feuerwehrleute machten ihm aber immer wieder Hoffnung, so Oschmann. Deshalb habe es sich der Verband zum Ziel gesetzt, mehr Menschen für ein Engagement in den Feuerwehren in Thüringen zu begeistern.

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