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FITT-STEMI will gesamte Rettungskette optimieren

06.05.2014, 12:30 Uhr

Vertreter von Kliniken und Rettungsdiensten der Region Hannover wollen die Versorgung von Herzinfarkt-Patienten weiter optimieren (Foto: MHH/Kaiser)

Projekt zur Verbesserung der Herzinfarkt-Behandlung in der Region Hannover

Jeden Tag erleiden acht Menschen in der Region Hannover einen Herzinfarkt. Bei zwei von ihnen besteht sogar die lebensbedrohliche Situation, dass ein Herzkranzgefäß ganz verschlossen ist. Ärzte können das im EKG als eine sogenannte ST-Hebung erkennen und sprechen von einem ST-Hebungsinfarkt (STEMI). Je kürzer dann die Zeit von den ersten Symptomen bis zur Behandlung im Herzkatheterlabor ist, desto geringer sind die Schädigungen des Herzmuskels.

Als erste Großstadtregion in Deutschland wollen sich alle sieben Kliniken in der Region Hannover mit eigenem Herzkatheterlabor sowie die Rettungsdienste in und um die Landeshauptstadt am FITT-STEMI-Projekt beteiligen. Dabei geht es um die gesamte Rettungskette – vom Erstkontakt über die Notfallnummer „112“ über Rettungsassistenten und Notärzte bis hin zu den Abläufen in den Kliniken. In dem Projekt werden die Behandlungsparameter von Patienten mit akutem STEMI erfasst und analysiert, um Behandlungsabläufe zu optimieren.

„Wir wollen, dass Herzinfarktpatienten noch schneller als bisher versorgt werden“, sagt Prof. Dr. Johann Bauersachs von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie. „Unsere Erfahrungen zeigen einerseits, dass es entscheidend ist, die Abläufe bei der Herzinfarktbehandlung sehr genau zu analysieren und zu messen, um sie nachhaltig zu verbessern. Andererseits sehen wir eindrucksvoll, dass eine solche – durchaus schwierige und anspruchsvolle – Verbesserung nur gemeinsam mit allen Beteiligten der Rettungskette möglich ist“, sagt Prof. Dr. Andreas Franke, Chefarzt der Medizinischen Klinik II – Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin des Klinikum Region Hannover (KRH) Siloah.

Die Idee zum dem Projekt stammt von Prof. Dr. Karl Heinrich Scholz aus
Hildesheim. Bereits im Jahr 2006 startete er das Projekt „Feeback-Intervention and Treatment Times in ST-Elevation Myocardial Infarction“ (FITT-STEMI) in einer Testphase; mittlerweile nehmen bundesweit mehr als 40 Kliniken mit Herzkatheterlaboren teil. Dabei konnte bereits gezeigt werden, dass die Zeitspanne zwischen dem Erstkontakt des Patienten mit dem Rettungsdienst bis zur Wiederöffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes (Contact-to-Balloon-Zeit) signifikant verkürzt wurde.

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