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Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Bereich häufig nicht gemeldet

20.02.2020, 10:55 Uhr

Foto: Feuerwehr Hamburg

DGB startet Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“


Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine Studie zum Thema Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen und privatisierten Sektor beim Umfragezentrum Bonn in Auftrag gegeben. Hierfür wurden 2.000 Beschäftigte zu ihren Erfahrungen mit Respektlosigkeiten und Gewalt befragt. Hierunter waren z.B. Rettungskräfte, Feuerwehrleute oder Beschäftigte der Ordnungsämter, aber auch Mitarbeiter von öffentlichen Verkehrsbetrieben. Die Ergebnisse zeigen u.a., dass 67% der Beschäftigten in den letzten zwei Jahren Beleidigungen, Bedrohungen und tätliche Angriffe erlebt haben. 57% sagten aus, dass die Gewalt in den letzten zehn Jahren zugenommen habe. Zu den häufigsten Folgen gehören Schlafstörungen und Stress. 30% werden krankgeschrieben und 15% brauchen stationäre oder psychotherapeutische Behandlung. 33% der Betroffenen meldeten ihren Vorgesetzten Übergriffe nicht, da sie nicht mit Unterstützung rechneten und über 80% machen mangelnden Respekt für Mitmenschen und Frust über den Staat für die Übergriffe verantwortlich. Fast alle Betroffenen (92%) vermissten den gesellschaftlichen Respekt gegenüber anderen Menschen und gegenüber Beschäftigten im Dienst der Gesellschaft.
 
Laut der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Elke Hannack seien dies erschütternde Zahlen. Aus diesem Grund starte der DGB die Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“. Sie richte sich an die breite Öffentlichkeit, aber auch an Dienstherren und Arbeitgeber, um Missstände zu beseitigen. Die Initiative soll zusätzlich konkrete Hilfestellungen bieten: Hierzu werde eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die Infomaterial, Dienstvereinbarungen, Strategien und Beispiele guter Praxis zum Thema Gewalt bündelt. Des Weiteren möchte der DGB laut eigenen Angaben auf die Innenminister zugehen, um hier eine Verbesserung zu erreichen und die Beschäftigten besser zu schützen. Die Übergriffe müssten endlich insgesamt erfasst werden – sowohl für den öffentlichen als auch den privatisierten Sektor. Außerdem müsse mehr in Personal und Funktionsfähigkeit des öffentlichen Dienstes investiert werden. Alle Vorgesetzten sollten aufmerksamer sein und betroffene Mitarbeiter ernst nehmen, denn zu oft werde das Thema ignoriert. Die Auftaktveranstaltung der Initiative „Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen und privatisierten Sektor verhindern! Was ist zu tun?“ fand gestern in Berlin statt.
 
Mehr Informationen unter: www.mensch.dgb.de

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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