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Großeinsatz im Leipziger City-Tunnel

06.09.2013, 13:02 Uhr
Übung mit 120 Rettungskräften

Am gestrigen Donnerstag wurde in der neuen City-Tunnel-Station Bayerischer Bahnhof in Leipzig eine Vollübung der Rettungsorganisationen durchgeführt. Beteiligt waren 120 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen sowie 50 Verletzte, die durch die Realistische Unfalldarstellung der Johanniterschule geschminkt wurden. Simuliert wurde ein Zugunglück mit einer brennenden S-Bahn. Die Feuerwehr löschte nicht nur den Brand, sondern rettete auch die vielfältig verletzten Patienten aus der Station. Sie wurden draußen dann von den Einsatzkräften der Hilfsorganisationen weiter behandelt und in die umliegenden Kliniken transportiert. Ziel der Vollübung war es, das Brandschutzkonzept der City-Tunnel-Stationen zu testen. Dies habe nach den Worten von Leipzigs Feuerwehrchef Karl-Heinz Schneider 100% gegriffen. Es habe lediglich eine Zeitverzögerung von 10 Minuten gegeben, da die Einsatzfahrzeuge im Sand der Tunnelbaustelle stecken geblieben sind.

Wie realistisch eine solche Übung letztlich ist, darf allerdings diskutiert werden. Viele der „Verletzten“ waren gehfähig und hätten sich selbstständig in die nicht weit entfernte Uni-Klinik begeben können, statt etliche Minuten auf die Einsatzkräfte zu warten. Dort wäre der Ablauf mit sich selbst einweisenden Patienten dann sicherlich ein gänzlich anderer gewesen. Auch ist zu fragen, wie sinnvoll eigentlich der Aufbau eines Behandlungsplatzes ist. Es dauert lange, bis er aufgebaut ist und er bindet Kräfte, die an anderer Stelle vielleicht besser eingesetzt werden könnten. Diese Überlegungen drängten sich nicht nur nach den Ausführungen des Jerusalemer Professors Yoel Donchin am Vortag beim 5. Internationalen Tunnelforum der Firma Dräger im Congress Center Leipzig auf. Donchin stellte das israelische MANV-Konzept vor, demzufolge alle Verletzten innerhalb von 25 Minuten in den Kliniken sein sollen. Sie werden während des Transports nicht behandelt, erhalten keine Medikamente und werden nur mit Sauerstoff versorgt. Donchins Kurzformel dafür: „No stay and play.“

Mehr dazu in der nächsten IM EINSATZ.

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